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Berufstätowierer/in

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Kategorien
Bildungstypen

Berufsfunktion / Spezialisierung

Berufsfelder

Schönheit, Sport

Branchen

Wellness und Schönheit

Swissdoc

0.350.11.0

Aktualisiert 14.07.2015

Tätigkeiten

Arbeitet meist selbstständig im eigenen Tattoo-Studio. Berät die Kundschaft, klärt ihre Vorstellungen und Bedürfnisse anhand von Skizzen ab und führt Tätowierungen durch. Informiert anschliessend über die Pflege und Behandlung der frischen Tätowierung. Trifft verschiedene Massnahmen zur Einhaltung strenger Hygienevorschriften.
Tätowieren ist das mechanische Injizieren von Pigmenten unter die Haut. Früher wurde mit Klopfen, Ritzen und Handstechen die Farbstoffe (Kohlenstoff, Zinnober, Karmin, Indigo) unter die Haut gebracht. Zum Teil wurde dabei aber die Hygiene vernachlässigt und es kam oft zu Infektionen.
Heute wird zum Tätowieren ein elektrisches Gerät benutzt, das mit einer Frequenz von 50 bis 3000 Schwingungen in der Minute senkrecht vibriert. Die Farbe wird dabei bis in die zweite Hautschicht, die Dermis, eingebracht. Mit einer einzelnen Nadel werden die Umrisse des Tattoos geschaffen. Ein Nadelblock von fünf bis sieben Nadeln füllt die farbigen Flächen. Dabei kann die Tiefe der Einstiche genau der Hautdichte angepasst und eingestellt werden.
Die Nadeln werden jeweils vorgängig sorgfältig und in unterschiedlichsten Anordnungen zu sogenannten Bündeln zusammen gelötet. Um scharfe Linien und sanfte Schattierungen erreichen zu können, müssen diese spitz und perfekt gelötet sein.
Ein absolutes Muss sind saubere, sterilisierte Werkzeuge. Alle Gegenstände, die mit dem Kunden, der Kundin in Kontakt kommen, sind Einwegprodukte (Handschuhe, Rasierer, Farbnäpfchen, Spachtel etc.) oder sterilisierte, in Folien eingeschweisste Materialien (Spitzen, Griffe, Nadeln).
Vor der Sterilisation werden die Nadeln und Spitzen im Ultraschallreiniger gereinigt, so dass selbst kleinste Schmutzpartikel durch die Schallwellen entfernt werden.
Zudem arbeiten die Tätowierer/innen mit der kantonalen Gesundheitsbehörde zusammen und lassen die Lokalitäten jährlich mindestens einmal ohne Vorankündigung auf die Einhaltung der Hygieneverordnung kontrollieren.
Der/die Berufstätowierer/in berät die Kunden bei der Motivauswahl. Es kann aus einer Vielzahl von vorgegebenen Motiven ausgewählt werden. Man kann aber auch eigene Ideen verwirklichen, bestehende Motive umzeichnen oder gar vom Tätowierer, von der Tätowiererin neu entwerfen lassen.
Steht das Motiv fest, wird es mittels gezeichneten Kopierschablonen, sogenannten Stencils, auf die Haut übertragen. Nur die allerwenigsten Tätowierer/innen arbeiten völlig "freihändig". Als erster Schritt wird der Umriss und die wichtigsten Grundlinien gestochen und schliesslich die Zwischenräume in verschiedenen Graustufen oder mit Farbe aufgefüllt.
Der/die Berufstätowierer/in muss sich in den Bereichen Dermatologie und Mikrobiologie ständig weiterbilden und à-jour halten. So berät und informiert er/sie die Kunden, wie sie das Tattoo in der ersten Zeit während der Heilungsphase behandeln und pflegen müssen und auf was sie achten sollen.
Gefällt ein Tattoo einmal nicht mehr, so bleibt nur die Möglichkeit, es mit einem neuen Motiv zu überdecken (Cover-Up) oder mit einem teuren chirurgischen Eingriff bei einem Hautarzt zu entfernen. Cover Up's sind künstlerisch wie technisch sehr anspruchsvolle Arbeiten.

Ausbildung

Es existiert keine geregelte Ausbildung.
Voraussetzungen sind sehr gute zeichnerische Fähigkeiten, eine Ausbildung zB als Grafiker/in oder die Ausbildung an einer Kunstschule, der Hygienekurs des Verbandes Schweizer Berufstätowierer sowie eine "Lehrzeit" bei einem/einer erfahrenen Berufstätowierer/in, um die verschiedenen Techniken zu lernen.
Eine Ausbildung dauert 4 Jahre und beinhaltet den Besuch von Kursen an einer Kunstschule und Praktika in anderen Tattoo Studios im In- und Ausland. Gelernt  wird: Zeichnen, Tattoo- Vorlagen nach Kundenwunsch  erstellen, hygienisches Arbeiten (Putzen), das Herstellen von Tattoo-Werkzeugen, grafisches Arbeiten am Computer und Kundenberatung.
Von Kursen "wie werde ich Tätowierer in 3 Tagen" rät der Verband Schweizerischer Berufstätowierer VST ab.
Ständige Weiterbildung im medizinisch-hygienischen Bereich sind unverzichtbar.

Voraussetzungen

Anforderungen
  • handwerkliches Geschick, künstlerische Fähigkeiten, gutes Vorstellungsvermögen, Kontaktfreude, Hygienebewusstsein

Bemerkungen

Der Arbeitsmarkt ist gesättigt. Es braucht überdurchschnittliches Interesse und Durchhaltevermögen, um überhaupt eine/n Berufstätowierer/in zu finden, die/der ausbildet.

Weitere Informationen

Adressen

Verband Schweizerischer Berufstätowierer VST
Sekretariat
Heidi Zogg
Grüningerstrasse 186
8626 Ottikon (Gossau ZH)
Tel.: 044 984 12 25
Fax: 044 984 12 25
URL: http://www.tattoo-association.ch
E-Mail: