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Psychomotoriktherapeut/in (BA)

Psychomotoriktherapeuten und -therapeutinnen (Bachelor of Arts) arbeiten mit Kindern, die in ihrem Bewegungsverhalten beeinträchtigt sind. Mit Bewegung, Spiel und gestalterischen Ausdrucksmitteln fördern sie deren Wahrnehmung und Selbstwertgefühl.

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Kategorien
Bildungstypen

Hochschulberuf

Berufsfelder

Bildung, Soziales

Branchen

Schule und Ausbildung - Therapie

Swissdoc

0.731.74.0

Aktualisiert 03.02.2016

Tätigkeiten

Psychomotoriktherapeutinnen arbeiten mit Kindern, Jugendlichen und vereinzelt auch mit Erwachsenen, die Auffälligkeiten in der Bewegung und im Verhalten zeigen. Sie ermöglichen ihnen Lernerfahrungen in den Bereichen Grob-, Fein- und Grafomotorik, Wahrnehmung und Sozialverhalten.

Am Anfang jeder Therapie steht die fachspezifische Diagnostik. Mit verschiedenen Verfahren erheben Psychomotoriktherapeuten  Entwicklungsstörungen bei den Klienten. Aufgrund der durchgeführten Tests, ihrer Beobachtungen und Gespräche mit den Betroffenen, deren Bezugspersonen und weiteren Fachpersonen legen sie Therapie- und Förderziele fest. Die Therapie kann in Einzelsitzungen oder Kleingruppen erfolgen.

Bei ihrer pädagogisch-therapeutischen Arbeit bauen Psychomotoriktherapeutinnen auf den individuellen Ressourcen und Stärken der Kinder auf. Positive Bewegungserfahrungen, das Erleben von Emotionen und deren sprachliche Reflexion verhelfen den Kindern zu einem besseren Selbstwertgefühl und erweiterter Wahrnehmungs-, Handlungs-, und Kontaktfähigkeit.

Die Therapie erfolgt meist in speziell dafür eingerichteten Räumen in Schulen, Praxen, Spitälern oder Heimen. Im Mittelpunkt der Psychomotorik stehen Bewegung und Spiel. Psychomotoriktherapeuten bedienen sich verschiedener Techniken, Materialien und Medien. Durch Experimentieren mit Seilen, Klettertürmen, Schaumstoffwürfeln oder Decken, durch Spielen, Ertasten, Kneten, Musizieren usw. lassen sie ein Kind neue Raumsituationen erleben und Sinnes­erfahrungen machen.

Psychomotoriktherapeutinnen arbeiten eng mit anderen Fachleuten wie Lehrpersonen, Schulischen Heilpädagoginnen, Ärzten und Psychologinnen zusammen. Zudem beraten sie Eltern, Erziehungsberechtigte und weitere Bezugspersonen. Zu ihren administrativen Aufgaben gehört das Verfassen von Therapieprotokollen, Berichten und Gesuchen. Ausserdem sind sie in Bereichen wie Öffentlichkeitsarbeit und Prävention aktiv oder leiten Kurse.

Ausbildung

Grundlage

EDK-Reglement über die Anerkennung der Hochschuldiplome in Logopädie und in Psychomotoriktherapie vom 3.11.2000 mit Änderungen vom 28.10.2005 und EDK-Titelreglement vom 28.10.2005

Bildungsangebote

  • HfH Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik, Zürich
  • hets, Haute école de travail social, Genf (französischsprachig)

Dauer

  • 3 Jahre, Vollzeit
  • 4 bis 5 Jahre, Teilzeit

Ausbildungskonzept/-inhalte

Das Studium an der HfH zeichnet sich durch eine enge Verknüpfung von Theorie und Praxis aus. Es werden Inhalte vermittelt aus den Bereichen Heilpädagogik und Pädagogik, Diagnostik, Medizin, Psychologie, Inklusion und Integration, Körpererfahrung und Selbstreflexion, Bewegung, Grafomotorik, Kommunikation und Beratung, Forschung und Entwicklung. Neben Präsenzunterricht und Selbststudium findet der Unterricht auch via E-Learning statt.

Abschluss

Eidg. anerkannte Titel "dipl. Psychomotoriktherapeut/in (EDK)" und "Bachelor of Arts in Psychomotor Therapy"

Voraussetzungen

Vorbildung

In der Regel gilt:

  • EDK-anerkanntes Lehrdiplom

oder

  • gymnasiale Maturität

oder

  • Berufsmaturität mit Ergänzungsprüfung Passerelle (Zulassung für ein universitäres Hochschulstudium)

oder

  • Fachhochschulabschluss
  • Eignungs-/Aufnahmeprüfung (z. B. Abklärung der Interessen, Motivation, Bewegungserfahrung)
  • für Personen ohne Lehrdiplom: mind. 3-monatiges Vorpraktikum

Über Details zu Aufnahmebedingungen und Praktikum informiert das Ausbildungsinstitut.

Anforderungen
  • Bereitschaft zur Selbstreflexion
  • Freude an Bewegung

Weiterbildung

Kurse

Angebote vom Verband Psychomotorik Schweiz, von Lehrerfortbildungsinstitutionen sowie von Fach- und universitären Hochschulen; z. B. zu Fachthemen wie Grafomotorik oder bezüglich der Arbeit mit Kindern im Vorschulalter, mit behinderten oder sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen

Hochschule (Master)

  • Dipl. Sonderpädagoge/-pädagogin (EDK) Vertiefungsrichtungen Schulische Heilpädagogik oder Heilpädagogische Früh­erziehung bzw. Master of Arts in Special Needs Education
  • Master of Arts (Uni) in Sonderpädagogik oder Master of Arts (Uni) in Erziehungswissenschaft Vertiefung Sonderpädagogik. Über die Zulassung mit Bachelor (FH) informieren die Universitäten. Diese können Zusatzleistungen verlangen.

Nachdiplomstufe

Angebote von Hochschulen zu verwandten Themen wie klinische Musiktherapie, Change Management im Schulbereich, Integrative Begabungs- und Begabtenförderung usw.

Berufsverhältnisse

Psychomotoriktherapeutinnen und Psychomotoriktherapeuten arbeiten zum Beispiel für Schulen, Sonderschulen, Kindergärten, Kindertagesstätten, Spitäler, Behinderteninstitutionen, Gesundheitsdienste oder sind selbstständig erwerbend in der eigenen Praxis tätig.

Weitere Informationen

Adressen

Psychomotorik Schweiz Verband der Psychomotoriktherapeutinnen und -therapeuten
Gesellschaftsstr. 78
3012 Bern
Tel.: 031 301 39 80
URL: http://www.psychomotorik-schweiz.ch
E-Mail:

HfH Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Zürich
Schaffhauserstr. 239
Postfach 5850
8057 Zürich
Tel.: 044 317 11 11
Fax: 044 317 11 10
URL: http://www.hfh.ch

hets, Haute école de travail social Genève
Filière psychomotricité
28, rue Prévost-Martin
Case postale 80
1211 Genf 4
Tel.: 022 388 94 15
Fax: 022 388 95 01
URL: http://www.ies-geneve.ch
E-Mail:

Links

http://www.astp.ch