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Ethnologie / Sozialanthropologie: Studium selbst erlebt

Wie erfolgte die Studienwahl? Wie wird dieses Fach vermittelt? Ein Einblick in den Hochschul-Alltag

Normen hinterfragen

C.A. studiert Sozialanthropologie im 2. Semester Master an der Universität Bern UNIBE.

Sozialanthropologie reflektiert den eigenen Blick auf soziale und kulturelle Normen und Strukturen. Sie zeigt auf, dass sich Gesellschaften weltweit unterschiedlich organisieren und kulturell ausdrücken. Je nach Ort oder Umfeld, in dem sie aufgewachsen sind, besitzen Menschen andere Lebensphilosophien und Wertvorstellungen. Es gibt eben viele "Normalitäten" – das, was wir kennen, muss nicht weltweit die Norm darstellen und auch nicht zwingend die beste Art und Weise sein, wie der Mensch leben kann. Scheinbar "natürlich" gegebene Vorstellungen von Ordnung, Macht und Hierarchie werden von der Sozialanthropologie hinterfragt, wodurch diskriminierende Strukturen wie z.B. Sexismus und Rassismus entlarvt werden können.

Fürs Ethnologiestudium mitbringen sollte man ein Interesse für die Menschheit generell und die Bereitschaft, eigene Vorstellungen zu hinterfragen. Ein Faible für Sprachen ist sicher auch von Vorteil, da viele Texte in Englisch, ab und zu auch in Französisch, zu lesen sind und im Bachelorstudium eine weitere Fremdsprache erlernt werden soll.

Wichtig zu wissen: Das Studium behandelt fremde Völker weniger stark, als man vielleicht zu Beginn erwarten mag. Vielmehr wird betont, dass die "klassische Ethnologie", wie sie noch bis vor einigen Jahrzehnten betrieben wurde, heute so nicht mehr Bestand hat. Von Beginn an wird den Studierenden vermittelt, dass die Ethnologie eine koloniale Wissenschaft war, deren Wahrheitsanspruch spätestens seit den 1960er-Jahren hinterfragt wurde. Sozialanthropologische Forschung umfasst heute weniger einzelne "exotische" Völker, als Themen wie urbanes Leben, kulturelle Identitätsbildung in einer globalisierten Welt, soziale Machtstrukturen etc.

Forschung im Feld

K.S. studiert Ethnologie im 5. Semester Bachelor an der Universität Luzern UNILU.

Meine Masterarbeit schreibe ich zur Sportethnologie. Ich habe im vergangenen Winter ein Feldforschungspraktikum im iranischen Mashhad zum Thema absolviert. Mich interessierte die Frage, welche Räume den Frauen für Sport zur Verfügung stehen und wie diese ihre sozialen Beziehungen abbilden. Auf Frauen habe ich mich konzentriert, weil mir der Zugang zum "Männersport" nicht erlaubt war. Es waren Fragen wie: Wo, wann und mit wem machen Frauen Sport? Warum machen sie das genau dann oder in dieser Form an diesen bestimmten Orten?

Mein Aufenthalt hat drei Monate gedauert. Ich habe mich extrem darauf gefreut. Trotzdem habe ich versucht, realistisch zu bleiben und auch mit Höhen, Tiefen und Unerwartetem zu rechnen. Ich habe viel Literatur durchgearbeitet, einen Sprachkurs besucht, Recherche zum Ort betrieben und natürlich den ganzen Aufenthalt organisiert inklusive Flug, Visum, Unterkunft, Versicherung, Wohnung zuhause etc.

Ich fand es besonders reizvoll, mich während der Feldforschung dem Fremden auf eine neue Weise anzunähern. Es ist nicht wie beim Reisen. Man beobachtet konstant, macht sich Notizen, fragt systematisch oder bohrt nach und möchte möglichst viel verstehen. Genau das kann aber auch schwierig sein. Man muss lernen, über sehr lange Zeit fokussiert und immer parat zu sein für Situationen, die sich ergeben.



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