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Helikopter-Berufspilot/in

Helikopter-Berufspiloten und -pilotinnen stehen im Dienst von privaten, kommerziellen Unternehmungen für Helikopterlufttransporte. Sie führen vor allem Rettungs-, Transport- und Versorgungsflüge durch

Zu myBerufswahl hinzugefügt

Kategorien
Bildungstypen

Weiterbildungsberuf

Berufsfelder

Verkehr, Logistik

Branchen

Luft

Swissdoc

0.634.14.0

Aktualisiert 16.01.2015

Tätigkeiten

Helikopter-Berufspiloten tätigen Flüge mit Personentransporten wie zum Beispiel Rund- sowie Geschäfts- und Taxiflüge im In- und Ausland. Ausserdem sind sie für Foto- und Überführungsflüge im technischen Dienst zuständig.

Helikopter-Berufspilotinnen fliegen Transportlasten unterschiedlicher Art. Dies können verschiedenste Güter, wie zum Beispiel Baumaterialien, Silos, Vieh, Autos, Wohnbaracken, Holz sowie komplette Bergbahn- und Skiliftanlagen sein. Sie versetzen auch Klimaanlagen in Neubauten und verlegen Druckleitungen. Besonders anspruchsvoll sind Montageeinsätze, bei denen Masten für Hochspannungsleitungen, Grossantennenanlagen oder Hochkamine montiert werden. Ein solcher Einsatz kann bis zu sieben Stunden dauern und erfordert höchste Konzentration, da das Ladegut oft zentimetergenau platziert werden muss.

Pro Tag müssen Helikopter-Berufspiloten bis zu 160 Rotationen erbringen. Jede Rotation besteht aus dem Aufnehmen der Last, dem Fliegen zum Abladeplatz und dem Ablegen. Die Berufsleute passen auf, dass sie die Fluglage immer stabil halten und die Fracht nicht ins Schwingen gerät. Ausserdem müssen sie aus Kostengründen darauf achten, dass jede Rotation so kurz wie möglich geflogen wird.

Ein weiterer Einsatzbereich ihrer Tätigkeit ist die Rettung und Bergung von Verunfallten an unzugänglichen Stellen. Diese Aufträge finden zum Teil unter schwierigen Bedingungen, wie etwa schlechtem Wetter und im Hochgebirge statt, was von den Berufsleuten eine hohe Konzentration und Koordinationsfähigkeit erfordert.

Mit entsprechenden Weiterbildungen können Helikopter-Berufspilotinnen Einsätze im In- und Ausland ausführen. Dazu gehören zum Beispiel Holztransporte, Sprüheinsätze über Pflanzungen, geologische Messungen und die Versorgung von Ölbohrinseln im Meer.

Alle Aufträge respektive Flüge werden auch von nebenberuflich tätigen Helikopter-Berufspiloten durchgeführt, die damit die erforderliche Zahl von Flugstunden und das dazu notwendige Wissen für eine Vollzeitanstellung erwerben.

Ausbildung

Grundlage

Joint Aviation Requirements - Flight Crew Licensing 2 (JAR-FCL 2)

Ausbildungsmöglichkeiten

Bei anerkannten Schweizer Flugschulen

Praktische Ausbildung:

nach Erwerb der Privatpilotenlizenz erfolgt Schulung gemäss Richtlinien des Bundes:

  • 185 Flugstunden, davon 10 Stunden Überlandflug als verantwortlicher Pilot und ein Navigationsflug von mind. 100 Nautical Miles mit Anflug auf zwei verschiedene, kontrollierte Flugplätze
  • 10 Stunden Instrumentenflug
  • 50 Stunden Alleinflug
  • 5 Stunden Nachtflug
  • Theoretische und praktische Prüfung
Andere Ausbildungsgänge:
  • Integrierte Ausbildung (135 Stunden nach einem vom BAZL genehmigten Kurs und Theorieprüfungen)

Dauer

ca. 2 Jahre, berufsbegleitend

Fächer

Meteorologie, Navigation, menschliches Leistungsvermögen, Luftrecht, allgemeine Luftfahrzeugkenntnisse, Flugleistungen und Flugplanung, Not- und Betriebsverfahren, Grundlagen des Fluges, Radiotelefonie international

Abschluss

„Helikopter-Berufspilot/in“ mit Berufspilotenlizenz des BAZL

Voraussetzungen

Vorbildung
  • Lizenz als Privat-Helikopterpilot/in mit mindestens 45 Flugstunden als verantwortliche/r Pilot/in, davon 10 Stunden Alleinflug
  • Theoretische Ausbildung auf CPL-Stufe in den Fächern Meteorologie, Navigation, menschliches Leistungsvermögen, Luftrecht, allgemeine Luftfahrzeugkenntnisse, Flugleistungen und Flugplanung, Not
  • und Betriebsverfahren, Grundlagen des Fluges, Radiotelefonie international.
  • Ausweiserweiterung über Radiotelefonie und Language Proficiency Requirements (LPR) of ICAO.
  • Mindestalter: 18 Jahre
  • medizinische Untersuchung Klasse 1 durch Vertrauensarzt/-ärztin des Bundesamtes für Zivilluftfahrt, BAZL
  • Auszug aus dem Zentralstrafregister sowie für Ausländer/innen zusätzlich polizeiliches Führungszeugnis des Heimatstaates Empfehlung: Die Ausbildung sollte möglichst erst nach Abschluss einer beruflichen Grundbildung beginnen
Anforderungen
  • gutes räumliches Vorstellungsvermögen
  • technische Kenntnisse
  • Belastbarkeit

Weiterbildung

Aufrechterhaltung der Lizenz

Die Gültigkeitsdauer der in der Lizenz eingetragenen Typenberechtigung beträgt 12 Monate.

Für die Aufrechterhaltung des Ausweises ist eine fliegerärztliche Untersuchung zu absolvieren und eine jährliche Flugprüfung mit Experte/Expertin zu bestehen.

Zusatzausbildungen

Umschulungen auf andere Helikoptermuster, Gebirgslandungen, Nacht- und Instrumentenflug, Lastentransport (Aerial Work), Spezialausbildungen z. B. für Rettungs-, Sprüh- sowie Abflüge bei Boden- oder Hochnebel (HDF)

Fluglehrer/in

  • Fluglehrer/in für Helikopter
  • Instrumentenfluglehrer/in
  • Fluglehrer/in für Landungen im Gebirge

Prüfungsexperte/-expertin für Helikopter

Berufsverhältnisse

Anstellungsmöglichkeiten für Helikopter-Berufspiloten/-pilotinnen bieten sich in privaten Luftverkehrsunternehmen, sind aber schwierig zu erhalten. Bis zu einer Anstellung sind mind. 500 bis 600 Flugstunden zu absolvieren, für Flüge in Spezialsparten werden 1500 bis 2000 Flugstunden gefordert. Die Rettungsflugwacht Rega zum Beispiel verlangt zusätzlich zur Helikopter-Berufspiloten-Lizenz 1000 Flugstunden sowie Gebirgsflugerfahrung und eine Zusatzausbildung für Nachtflüge. Die Arbeitszeit ist unregelmässig und vom Wetter und der Jahreszeit abhängig. Das Salär ist, gemessen an den hohen Ausbildungskosten, eher bescheiden.

Weitere Informationen

Adressen

Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL
3003 Bern
Tel.: 058 465 9153/0344
Fax: 031 325 80 32
URL: http://www.bazl.admin.ch
E-Mail:

Aero-Club der Schweiz
Lidostr. 5
6006 Luzern
Tel.: 041 375 01 01
Fax: 041 370 01 02
URL: http://www.aeroclub.ch
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