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Theaterwissenschaft: Laufbahnbeispiele

Porträt von Berufsleuten mit Abschluss in Theaterwissenschaft.

Theaterwissenschaft

Theaterwissenschaftler: Thomas Keller

Thomas Keller
Thomas Keller, © Thomas Keller
Thomas Keller: Theaterwissenschaftler im Kulturmanagement

«Immer wieder habe ich für schweizerische oder internationale Festivals gearbeitet. Die Herausforderung dabei besteht darin, dass man innert kurzer Zeit einen ganzen Betrieb aufbaut und versucht, möglichst viele Kontakte zu knüpfen – etwas vom Wichtigsten bei dem, was ich tue.»

Laufbahn
Kunsthaus Baselland, Vizepräsidium
X27 – Rendezvous der Schweiz, Schweizer Landesausstellung
Theaterfestival Basel, Geschäftsführer
OpenAirBasel / Theaterfestival Basel, kaufmännische Leitung
Executive Master in Arts Administration an der Uni ZH
KASERNE BASEL, Geschäftsführer
Theaterfestival Welt in Basel, Leitungsteam
Produzent bei GO Theaterproduktionen
VIPER BASEL Pressearbeit
Produktionsleiter/Manager bei 'öff öff productions'
Projektworkshop Projektmanagement ITI
Studium in Germanistik und Theaterwissenschaft an der Uni Bern
Jetzige Tätigkeit

Seit 2008 bin ich Geschäftsführer der Kaserne Basel. Die Kaserne Basel ist ein zentraler städtischer Ort für die freie zeitgenössische Theater-, Tanz- und Performanceszene sowie für Konzerte im Bereich der Populärmusik. Künstlerisch und konzeptionell verknüpft das Haus genreübergreifend die drei Sparten Musik, Theater und Tanz miteinander. Gerade in dieser Verbindung sind meine bisherigen Erfahrungen sehr wertvoll. Neben meinen beruflichen Tätigkeiten bin ich ehrenamtlich beim Kunsthaus Baselland Vizepräsident und im Vorstand von X27 – Rendezvous der Schweiz, einer Initiative der Schweizer Landesausstellung.

Berufseinstieg

Während des Studiums an der Universität Bern habe ich 5 Jahre das StudentInnen-Theater geleitet, am Stadttheater Bern hospitiert und den StudentInnen-Filmclub geleitet. Diese Tätigkeiten haben mich zu meiner jetzigen Laufbahn geführt und waren ein wichtiger Einstieg.

In meiner ersten Festanstellung bei 'öff öff productions' in Bern traf ich auf eine einmalige künstlerische Form: Die Gruppe verbindet Tanz, Artistik und Theater. Sie initiiert künstlerische Projekte, Auftritte für Firmen und Tourneen im In- und Ausland. Die Bandbreite meiner Tätigkeiten reichte von Tourneeplanung, Gastspielplanung im Ausland und Werbung bis hin zur Pressearbeit. Dies alles unter einen Hut zu bringen war meine spannende Aufgabe.

Immer wieder arbeitete ich in der Folge für schweizerische oder internationale Festivals. Die Herausforderung dabei besteht darin, dass man innert kurzer Zeit einen ganzen Betrieb aufbaut und versucht, möglichst viele Kontakte zu knüpfen – etwas vom Wichtigsten bei dem, was ich tue. Zu meinen Tätigkeiten bei Festivals gehören die Gruppenbetreuung oder die Pressearbeit.

Tipps

Nach dem Abschluss des Studiums in Theaterwissenschaft und Germanistik suchte ich aktiv nach möglichen professionellen Tätigkeitsfeldern in der schweizerischen Tanz- und Theaterszene. Mich interessierte dabei stets die Vielfalt dieser Arbeitsbereiche. Im Verlaufe meines Berufslebens war und ist mir die Pflege meines Netzwerkes sehr wichtig. Kultur muss erlebt werden. Da sind Neugier und die Lust, Neues zu Entdecken, ein wesentliches Element der beruflichen Entwicklung.

Theaterwissenschaftlerin, freie Theaterschaffende

Symbolbild Theaterwissenschaft
Symbolbild Theaterwissenschaft, © Bild von Holger Langmaier auf Pixabay
Freie Theaterschaffende

«In der Leitungsfunktion als Produzentin habe ich alle Fäden des Kulturmanagements in der Hand und muss sehen, dass die gesamte Umsetzung klappt.»

Laufbahn
Selbständige Regisseurin, Theaterpädagogin und Produzentin / Kulturmanagerin
MAS in Theaterpädagogik an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK)
Diverse Regieassistenzen und Kulturmanagement in verschiedenen Theatern und Institutionen während des Studiums
Studium der Theaterwissenschaften, Medienwissenschaften und Pädagogik an der Uni Bern samt Auslandsemester an der FH Berlin
Jetzige Tätigkeit

Ich bin in diversen Funktionen im Theaterbereich tätig. So führe ich beispielsweise als Regisseurin in professionellen Theatergruppen und in Amateur-Theatervereinen Regie. Als Theaterpädagogin leite ich Kinder- und Jugendtheater-Gruppen oder realisiere mit Schulklassen Abschlusstheater, Theater-Projektwochen oder führe Theater-Wahlfächer durch. Als Dozentin gebe ich an Theaterschulen und Weiterbildungs-Institutionen Kurse zu spezifischen Aspekten des Theaters für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Nebst den künstlerisch-kreativen Aufgaben ist Planen, Informieren und Koordinieren ein wesentlicher Teil meiner Tätigkeit, denn als Regisseurin habe ich es mit vielen Beteiligten gleichzeitig zu tun - mit den Kostümbildner/innen, den Techniker/innen, den Schauspieler/innen, den Bühnenbildner/innen, den Maskenbildner/innen usw. Und in der Leitungsfunktion als Produzentin habe ich alle Fäden des Kulturmanagements in der Hand und muss sehen, dass die gesamte Umsetzung klappt - sowohl logistisch als auch finanziell und werbetechnisch. Organisatorisches Flair ist in diesem Beruf Voraussetzung.

Berufseinstieg

Ich habe ein Studium in Theaterwissenschaften, Medienwissenschaften und Pädagogik an der Uni Bern absolviert. Für ein Auslandssemester war ich zudem an der Freien Universität Berlin. Meine Ausbildungen und die erworbenen praktischen Fähigkeiten während meiner Praktikums- und Regieassistenzzeit eröffneten mir schließlich ein breites Tätigkeitsfeld mit Schwerpunkt in der Regiearbeit. Heut bin ich selbständig erwerbend und nur in seltenen Fällen angestellt. Einige Projekte initiiere ich selber, für andere werde ich als Regisseurin oder Theaterpädagogin befristet oder auf Honorarbasis engagiert.

Tipps

Nebst einem guten Netzwerk und dem organisatorischen Flair ist in meinem Beruf auch eine grosse Portion Flexibilität von zentraler Bedeutung. Es gibt keine fixen Arbeitszeiten. Ich arbeite, bis alles erledigt ist – teilweise auch am Wochenende. Häufig gehört zusätzlich der Abend zu meiner Arbeitszeit, da z.B. die Amateur-Theatervereine abends proben.

Theaterwissenschaftlerin in der nationalen Kulturförderung

Symbolbild Theaterwissenschaft
Symbolbild Theaterwissenschaft, © Bild von bigter choy auf Pixabay
Kulturförderin auf nationaler Ebene

«Ich bin im Kontakt mit Schweizer Botschaften auf der ganzen Welt, die sich für Kultur engagieren.»

Laufbahn
Leiterin der Abteilung Tanz bei Pro Helvetia
Tätigkeit bei Reso – Tanznetzwerk Schweiz
Während des Studiums: Kulturjournalistin, Assistentin am Theater Basel, Regie in Schulprojekten und Dramaturgin in freien Produktionen
Studium der Germanistik und Kunstgeschichte in Basel sowie der Theaterwissenschaften in Bern
Jetzige Tätigkeit

Ich leite seit 2010 die Abteilung Tanz bei Pro Helvetia. Hier bearbeite ich zusammen mit meiner Assistentin die Gesuche von Schweizer Compagnies, die im In- und Ausland auf Tournee gehen. Ich bin im Kontakt mit Schweizer Botschaften auf der ganzen Welt, die sich für Kultur engagieren. Ich besuche internationale Festivals und Arbeitsgruppen, um mit Kollegen in anderen Ländern die Kulturförderung zu diskutieren. Und nicht zuletzt arbeite ich mit den Kulturbeauftragten der Städte und Kantone zusammen, um gemeinsam Instrumente für die Kulturförderung zu entwickeln.

Berufseinstieg

Studiert habe ich Germanistik und Kunstgeschichte in Basel und Theaterwissenschaft in Bern. Ein Austauschjahr in Berlin war persönlich sehr bereichernd und gab mir durch Praktika auch Einblicke ins Verlagswesen. Zurück in Basel konzentrierte ich mich aufs Theater. Noch während des Studiums schrieb ich Theater- und Tanzkritiken, arbeitete als Hospitantin und Assistentin am Theater Basel, führte Regie in Schulprojekten und machte Dramaturgien in freien Produktionen. Diese Tätigkeiten führte ich nach dem Studium als Freelancerin weiter. Es war sehr spannend, aber nicht einfach, alle diese Tätigkeiten unter einen Hut zu bringen und damit auch genügend Geld zu verdienen.
In dieser Zeit konnte ich mich vor allem im Bereich Tanz als Expertin etablieren und bekam Aufträge für Fachartikel, Mitarbeit in Jurys und im kulturpolitischen Bereich. Dank meinen vielfältigen Erfahrungen in der freien Szene und an Stadttheatern, in der Produktion und Kreation, und meinem Überblick über die Schweizer Tanzszene fand ich hier schnell den Anschluss.

Tipps

Der Einstieg ins Berufsleben im Kulturbereich verlangt bereits während des Studiums viel Eigeninitiative, Leidenschaft und Ausdauer. Projekte und Praktika während des Studiums, vielleicht ein Austauschsemester sowie spannende Nebenjobs, bei denen interessante Kontakte geknüpft werden, sind später sehr wertvoll.



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