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Orthopädist/in EFZ

Orthopädistinnen und Orthopädisten EFZ erstellen Hilfsmittel für Menschen mit eingeschränkter Geh-, Steh- oder Sitzfähigkeit, um ihnen den Alltag zu erleichtern. Sie fertigen aus unterschiedlichen Materialien Prothesen, Orthesen und Rehabilitationsmittel an und informieren über deren Einsatz.

Kategorien
Bildungstypen

Grundbildung (Lehre)

Berufsfelder

Gesundheit

Branchen

Medizintechnik

Swissdoc

0.723.20.0

Aktualisiert 22.10.2025

Bedürfnisse klären und Masse nehmen

Bedürfnisse klären und Masse nehmen

Zuerst klären die Orthopädistinnen und Orthopädisten die Bedürfnisse der Kundschaft. Danach scannen sie das betroffene Körperteil oder messen es von Hand aus.

Copyright SDBB | CSFO, Frederic Meyer

Bedürfnisse klären und Masse nehmen
Vorgehen besprechen und Modell erstellen

Vorgehen besprechen und Modell erstellen

Die Berufsleute tauschen sich mit verschiedenen Fachpersonen über das Vorgehen aus. Anschliessend erstellen sie ein Modell.

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Vorgehen besprechen und Modell erstellen
Material zuschneiden, fräsen und schleifen

Material zuschneiden, fräsen und schleifen

Die Berufsleute erstellen die einzelnen Teile der Hilfsmittel mithilfe von Schneid- und Fräsmaschinen.

Copyright SDBB | CSFO, Frederic Meyer

Material zuschneiden, fräsen und schleifen
Mit verschiedenen Materialien arbeiten

Mit verschiedenen Materialien arbeiten

Für besonders leichte und elastische Prothesen nutzen die Berufsleute Carbon. Dazu füllen sie flüssigen Harz über die
Carbonschicht und lassen das Material aushärten.

Copyright SDBB | CSFO, Frederic Meyer

Mit verschiedenen Materialien arbeiten
3D-Druck anwenden

3D-Druck anwenden

Moderne Technik unterstützt die Berufsleute bei ihrer Arbeit. Mit dem 3D-Drucker fertigen sie aus digitalen Daten oder 3D-Scans Modelle, Orthesen oder Prothesen.

Copyright SDBB | CSFO, Frederic Meyer

3D-Druck anwenden
Teile zusammensetzen

Teile zusammensetzen

Die Berufsleute setzen die Hilfsmittel mit Verschiedenen Techniken zusammen, etwa durch Verschrauben, Nähen oder Schweissen.

Copyright SDBB | CSFO, Frederic Meyer

Teile zusammensetzen
Anprobe und Hilfsmittel übergeben

Anprobe und Hilfsmittel übergeben

Bei der Anprobe schauen die Berufsleute, ob das Hilfsmittel richtig passt, und zeigen, wie es benutzt wird. Bei Bedarf reparieren sie auch bestehende Hilfsmittel.

Copyright SDBB | CSFO, Frederic Meyer

Anprobe und Hilfsmittel übergeben
Rehabilitationsmittel individuell anpassen

Rehabilitationsmittel individuell anpassen

Die Berufsleute lassen Rollstühle individuell fertigen und passen die Masse genau an die Kundinnen und Kunden an.

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Rehabilitationsmittel individuell anpassen
Orthopädist/in EFZ – Film mit Porträt einer Lernenden

Orthopädist/in EFZ – Film mit Porträt einer Lernenden

Der Film zeigt den Arbeitsalltag einer Lernenden im 3. Lehrjahr als Orthopädistin EFZ und informiert über Aufgaben und Anforderungen in diesem Beruf.

Aus der TV-Reihe «Berufsbilder aus der Schweiz».

© 2017 – SRF

Orthopädist/in EFZ – Film mit Porträt einer Lernenden

Tätigkeiten

Sie üben folgende Tätigkeiten aus:

Kundschaft beraten

  • Personen beraten, die aufgrund von Krankheiten, Unfällen oder angeborenen Beeinträchtigungen eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit haben
  • in Zusammenarbeit mit Ärztinnen, Physiotherapeuten und Klientinnen abklären, welches der folgenden Hilfsmittel geeignet ist: Prothesen ersetzen ein fehlendes oder in seiner Funktion reduziertes Glied; Orthesen sind Schienen, Korsetts und Fusseinlagen, die stützend und haltungskorrigierend wirken; Rehabilitationsmittel dienen der Sitz- und Rückenunterstützung im Rollstuhl oder der Liegeunterstützung für die Nacht
  • Kundschaf darüber informieren, wie die Hilfsmittel ihnen den Alltag erleichtern können

Hilfsmittel anfertigen

  • Prothesen, Orthesen und Rehabilitationsmittel individuell planen, herstellen und dokumentieren
  • millimetergenaue handwerkliche Feinarbeit verrichten
  • verschiedene Metalle, Holz, Kunststoffe, Gips, Leder und Polstermaterialien einsetzen
  • Materialien mit unterschiedlichen Maschinen und Werkzeugen bearbeiten: von der Nähmaschine bis zum Computerscanner
  • durch sorgfältige und präzise Arbeit den betroffenen Personen ein angenehmes und selbstbewusstes Tragen der Prothese oder Orthese ermöglichen
  • mit Hilfe von neuen technologischen Entwicklungen die Sitz-, Geh- und Stehhilfen natürlich und ästhetisch gestalten

Hilfsmittel anpassen und reparieren

  • Prothesen, Orthesen und Rehabilitationsmittel an individuelle Bedürfnisse anpassen
  • Hilfsmittel während der Rehabilitationsphase immer wieder anpassen und abändern, bis sie optimal sitzen
  • orthopädische Hilfsmittel reparieren

Ausbildung

Dauer

4 Jahre

Bildung in beruflicher Praxis

In einer orthopädischen Werkstatt.

Schulische Bildung

1 Tag pro Woche an der Berufsfachschule in Zürich oder Lausanne (VD).

Inhalt

  • Orthetik
  • Prothetik
  • Ortho-Reha/Rehabilitationsmittel
  • Arbeitsprozesse, Qualitätssicherung
  • Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz
  • naturwissenschaftliche Grundlagen

Überbetriebliche Kurse

Berufliche Grundlagen erlernen, vertiefen und üben, 16-20 Tage während 4 Jahren.

Berufsmaturität

Bei sehr guten schulischen Leistungen können die Lernenden zusätzlich die Berufsmaturitätsschule besuchen.

Abschluss

Orthopädist/in EFZ

Voraussetzungen

Vorbildung

  • obligatorische Schule abgeschlossen
  • gute Leistungen in Rechnen, Physik, Zeichnen und technischem Zeichnen sowie im Werken

Anforderungen

  • Interesse an medizinischen Fragen
  • Freude an der Arbeit mit verschiedenen Materialien
  • technisches Verständnis
  • handwerkliches Geschick
  • Sinn für Formen
  • genaue und sorgfältige Arbeitsweise
  • Einfühlungsvermögen
  • Kommunikationsfähigkeit und Kontaktfreude

Weiterbildung

Kurse

Angebote von Berufsfachschulen und höheren Fachschulen sowie des Berufsverbandes Ortho Reha Suisse (ORS).

Weiterbildungen im Ausland

Angebote der Bundesfachschule für Orthopädie-Technik (OT-BUFA) in Dortmund (D).

Berufsprüfung (BP)

Zum Beispiel Fachmann/-frau für Rehatechnik mit eidg. Fachausweis.

Höhere Fachprüfung (HFP)

Zum Beispiel dipl. Orthopädist/in mit eidg. Diplom oder Rehabilitationsexperte/-expertin für sehbehinderte und blinde Menschen mit eidg. Diplom.

Berufsverhältnisse

Orthopädistinnen und Orthopädisten EFZ arbeiten oft selbstständig oder in kleinen Teams. Sie haben häufig Kontakt zur Kundschaft und zu anderen Fachpersonen wie Ärztinnen und Physiotherapeuten.

Orthopädistinnen und Orthopädisten EFZ arbeiten in orthopädischen Berieben oder in orthopädischen Ateliers von von Kliniken und Rehabilitationszentren. Gut ausgebildete Berufsleute sind im In- und Ausland gesucht. Im Auftrag von international tätigen Hilfsorganisationen können sie zum Beispiel auch Auslandeinsätze in Kriegs- und Krisengebieten leisten. Mit entsprechender Weiterbildung ist eine leitende Position in einem orthopädischen Atelier, eine Tätigkeit als Filialleiter/in eines Verkaufsgeschäftes für orthopädische Hilfsmittel oder als selbstständig Erwerbende/r möglich. Das Lehrstellenangebot ist eher klein.

Weitere Informationen

Adressen

Ortho Reha Suisse
Tägerhardring 8
5436 Würenlos
Tel.: +41 44 545 55 85
URL: https://orthorehasuisse.ch
E-Mail:

berufsberatung.ch