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Lehrer/in Vorschul- und Primarstufe: Laufbahnbeispiele

Porträts von Berufsleuten mit Abschluss  mit Lehrdiplom zum Unterrichten auf Vorschul- und Primarstufe.

Lehrer/in Vorschul- und Primarstufe

Klassenlehrperson an einer Unterstufe: Nicolas Diriwächter

Nicolas Diriwächter
Nicolas Diriwächter
Nicolas Diriwächter

Nicolas Diriwächter

Nicolas Diriwächter: Klassenlehrperson an einer Unterstufe

«Die ersten Jahre als Primarlehrperson sind besonders fordernd. Alles ist neu und es gibt viele Möglichkeiten, wie man die Dinge umsetzen könnte. Auf diesem Weg sind Fragen, Unsicherheiten, Missgeschicke und Fehler nützlich, denn sie führen zur Reflexion.»

Laufbahn
JahrTätigkeit
2016 bis heutePrimarlehrperson (Pensum zwischen 90-100 Prozent)
2013 – 2016Bachelorstudium für Primarlehrpersonen an der Pädagogischen Hochschule Zug
2012 – 2013Vorbereitungskurs an der Pädagogischen Hochschule Zug
2007 – 2012Detailhandelsfachmann (Abteilungsleiter, Berufsbildner, Verantwortlicher Qualitätssicherung, Betriebsnothelfer)
2004 – 2007Ausbildung zum Detailhandelsfachmann EFZ
Jetzige Tätigkeit

Ich unterrichte als Klassenlehrperson an einer Unterstufe im Kanton Zug. Bei meiner Arbeit begleite ich Kinder während eines Abschnitts ihres Lebens und setze mich vertieft mit ihrem Lernen auseinander. Dies erfordert Offenheit, Interesse und Neugierde am Tun und an den Fragen der Kinder. Kein Tag ist gleich, und trotz aller Vorgaben und Pflichten habe ich einen grossen kreativen Spielraum bei der Gestaltung des Schulalltags.

Ziel ist es, dass die Kinder eine hohe Selbstständigkeit erlangen, Verantwortung übernehmen und einen respektvollen Umgang miteinander haben. Dabei sollen Spiel und Bewegung nie zu kurz kommen. Ich pflege eine konstruktive Zusammenarbeit mit Eltern, Kolleginnen und Kollegen sowie weiteren Fachpersonen innerhalb und ausserhalb der Schule.

Das Vor- und Nachbereiten des Unterrichts nimmt einen grossen Teil ein neben dem Unterrichten selbst. Daneben bin ich für das Inventar der Turnhalle zuständig. Ich pflege das Material, schaue für Ordnung und tätige Neuanschaffungen. Weiter engagiere ich mich in der Eltern-LehrerInnen-Gruppe. Während mehrerer Sitzungen im Jahr tausche ich mich mit Eltern aus und fördere somit die Zusammenarbeit und das Vertrauen zwischen Schule und Elternhaus.

Berufseinstieg

Nach der Ausbildung darf man direkt eine Klasse übernehmen. Die ersten Jahre als Primarlehrperson sind besonders fordernd. Alles ist neu und es gibt viele Möglichkeiten, wie man die Dinge umsetzen könnte, bevor man herausgefunden hat, was für einen stimmt. Auf diesem Weg sind Fragen, Unsicherheiten, Missgeschicke und Fehler nützlich, denn sie führen zur Reflexion. Am meisten half mir dabei der Diskurs mit erfahreneren Lehrpersonen. Durch sie konnte ich mir weitere Meinungen und Ideen einholen und hatte dadurch den nötigen Mut, neue Dinge durchzuführen oder auszuprobieren.

Neben der Unterrichtsvorbereitung und dem Unterricht selber gibt es viele Aufgaben, welche zeitintensiv und herausfordernd sind. Dazu gehören Korrekturarbeiten, Elterngespräche, organisatorische und administrative Tätigkeiten und Sitzungen mit dem Team. Dies verlangt ein hohes Mass an Verantwortungsbewusstsein und ein gutes Selbstmanagement.

Tipps

Während des Studiums empfehle ich, möglichst viele verschiedene Klassenstufen kennenzulernen, damit man nach dem Studium weiss, was zu einem passt und in welcher Stufe man als Lehrperson arbeiten möchte.

Im Berufsleben erachte ich den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen als wichtigstes Puzzleteil: Projekte, Ausflüge oder Elternabende müssen miteinander koordiniert werden. Weiter soll der Unterricht gemeinsam vor- und nachbereitet werden, um Stärken und Ressourcen zu nutzen und die tägliche Arbeit zu entlasten. Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg liegt in der sorgfältigen Aufgabeneinteilung. Dies führt zur Erhaltung der Gesundheit, Freude und Zufriedenheit.

Praxislehrperson und Pädagogikstudentin: Janina Kraft

Janina Kraft
Janina Kraft
Janina Kraft: Praxislehrperson und Pädagogikstudentin

«Es erfüllt mich immer wieder, ein stolzes Gesicht zu sehen, wenn das Kind merkt: Ich kann das jetzt!»

Laufbahn
JahrTätigkeit
2019 bis heuteMA in Erziehungswissenschaften an der Universität Zürich
2017Weiterbildung zur Praxislehrperson
2015 bis heuteUnterstützung der Schulleitung in administrativen Aufgaben (10%)
2013 bis heutePrimarlehrperson in Buchs ZH (Pensum zwischen 40–100%)
2010 – 2013Studium an der PHZH (BA of Primary Education)
Jetzige Tätigkeit

Ich arbeite als Klassenlehrerin an einer Unterstufe in Buchs ZH. Kerngeschäft einer Lehrperson ist der Unterricht. Es erfüllt mich immer wieder, ein stolzes Gesicht zu sehen, wenn das Kind merkt: "Ich kann das jetzt!" Ich sehe mich als Wegbegleiterin, die die Kinder Wege entdecken lässt, sie unterstützt, Umwege mitgeht, dabei aber den Kompass im Blick behält und auch einmal vorausgeht.

In den drei Unterstufenjahren wird man eine Klassengemeinschaft und die Kinder machen nicht nur fachlich grosse Entwicklungen durch. Diese Entwicklungsschritte mitzuprägen und auch eine erzieherische Aufgabe zu übernehmen, erachte ich als weitere wichtige Berufsaufgaben. Die Unterstufe bietet ausserdem viel Raum für Kreativität und ich kann als "Allrounderin" meine vielseitigen Interessen ausleben.

Eine Klasse führt man nicht alleine. Die Klassenlehrperson ist Dreh- und Angelpunkt und sollte stets den Überblick bewahren. Wichtige Aufgaben einer Klassenlehrperson sind der interdisziplinäre Austausch mit Fachlehrpersonen und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern.

In den ersten drei Jahren ist man intensiv mit seiner Klasse und dem Unterrichten beschäftigt. Mit der Zeit wird der Blick jedoch weiter. Durch meine zusätzliche Administrationsaufgabe für die Schulleitung wuchs mein Interesse am System Schule und der Schulentwicklung. Zu einer guten Schule gehört viel mehr als guter Unterricht. Aus diesem Grund habe ich berufsbegleitend ein Masterstudium in Erziehungswissenschaften begonnen.

Berufseinstieg

Nach dem Bewerbungsgespräch war für mich wertvoll, dass sich meine Stellenpartnerin Zeit nahm, mir alles zu zeigen. So konnte ich mir einen Eindruck vom Schulhausklima und der Zusammenarbeit mit ihr machen. Da sie bereits erfahren war, konnte ich die ersten zwei Jahre viel von ihr lernen, bevor ich meine erste eigene Klasse übernahm.

Das erste Jahr im Job ist anstrengend. Das Kennenlernen und Gestalten der Abläufe, die Herausforderungen mit den Kindern, die Zusammenarbeit mit den Eltern – vieles hat nicht direkt mit dem Unterricht zu tun und benötigt viel Zeit und Energie. Aus diesem Grund habe ich mir bewusst kein Vollzeitpensum gesucht.

Für mich war die Festanstellung von Anfang an klar. Mir war wichtig, eine Klasse für eine längere Zeit zu begleiten und eine enge Beziehung zu den Kindern aufbauen zu können. Wer will, kann aber nach dem Studium mit Stellvertretungen auch erst einmal verschiedene Schulhäuser kennenlernen, um herauszufinden, was einem zusagt.

Tipps

Die Praktika während der Ausbildung können wegweisend für den Einstieg sein – sie können bei freien Stellen zu einem Vorteil führen. Ehemalige Mitstudierende können sich den Berufseinstieg gegenseitig erleichtern, zum Beispiel mit gemeinsamem Vorbereiten oder gegenseitigem Austausch.

Eine gute Work-Life-Balance ist anspruchsvoll. Sorgfältiges Vorausplanen, die Zusammenarbeit und der Austausch mit anderen Lehrpersonen, Anpassungsfähigkeit sowie ein gesunder Unperfektionismus helfen dabei.



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