Lehre – und dann?
Nach einer Lehre hast du verschiedene Möglichkeiten. Du kannst in deinem Lehrbetrieb bleiben, in einem anderen Betrieb Erfahrungen sammeln oder ein eigenes Unternehmen gründen. Es ist wichtig, dich auch nach der Lehre weiterzubilden.
- Nach deiner Lehre kannst du weiter in deinem Lehrbetrieb arbeiten oder nach einer anderen Stelle suchen.
- Du kannst dich weiterbilden oder durch eine Zusatzausbildung oder Weiterbildungen umorientieren.
- Wenn du keine Stelle findest, kannst du dich beim RAV melden, ein Praktikum oder einen Sprachaufenthalt machen.
Im selben Betrieb bleiben oder eine neue Stelle suchen?
Dein Lehrbetrieb ist nicht verpflichtet, dich nach Ende deines Lehrvertrags weiter zu beschäftigen und dir deine erste Stelle anzubieten. Informiere dich frühzeitig, mindestens einige Monate vor Ende deiner Lehre, ob du in deinem Lehrbetrieb bleiben kannst.
Wenn du eine Stelle in einem anderen Betrieb suchst, beginne damit früh genug vor Ende deiner Lehre. So bleibt dir genügend Zeit, um eine passende Stelle zu finden. Informiere dich über die Stellen auf Online-Stellenportalen und in Zeitungen. Frage auch deinen Bekanntenkreis und schicke Initiativbewerbungen an Betriebe, die dich interessieren. Deine Bewerbungsmappe sollte ein Bewerbungsschreiben, einen Lebenslauf, deine Schul- und Lehrzeugnisse sowie Referenzen umfassen.
Du kannst einen unbefristeten oder einen befristeten Vertrag erhalten. Mit einem befristeten Arbeitsvertrag hast du für eine vorher festgelegte Zeit eine Stelle. Er ermöglicht eine Überbrückung bis zum nächsten Laufbahnschritt, zum Beispiel der Anstellung in einem anderem Betrieb, einer Weiterbildung oder einem Auslandsaufenthalt.
Zweitlehre oder Weiterbildung?
Eine Zweitlehre nach einem Eidgenössischen Berufsattest (EBA) oder Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) ermöglicht es, vielfältigere Aufgaben in deinem Berufsfeld zu übernehmen oder dich beruflich neu zu orientieren. In bestimmten Fällen kannst du direkt im zweiten Lehrjahr einsteigen und eine verkürzte Lehre absolvieren. Weitere Informationen findest du in der Liste der weiterführenden EFZ nach einem EBA und auf der Seite Berufslehre für Erwachsene.
Du kannst nach deinem EFZ eine Berufsmaturität erlangen. Die Berufsmaturität erweitert deine Allgemeinbildung und ermöglicht den Zugang zu Fachhochschulen (FH). Mit der Ergänzungsprüfung Passerelle ist auch der Zugang zu Universitäten möglich.
Eine höhere Berufsbildung kannst du auch an einer Höheren Fachschule (HF) oder mit einem Eidgenössischen Fachausweis (BP) oder einem Eidgenössischen Diplom (HFP) erlangen. Dabei erwirbst du vertiefte Fachkenntnisse in deinem Bereich und hast die Möglichkeit, Positionen als Fachkraft, Expertin oder Experte oder in leitender Funktion zu übernehmen. Neben deiner beruflichen Tätigkeit kannst du weitere Weiterbildungen absolvieren, beispielsweise Kurse von Berufsverbänden. Weitere Informationen findest du auf der Seite Sich informieren und eine passende Weiterbildung planen und im Schema des Schweizer Bildungssystems.
Und wenn du keine Stelle findest?
Möglicherweise findest du nicht direkt nach deiner Lehre oder wenn du die Stelle wechseln möchtest, etwas Neues. Wichtig ist, dass du am Ball bleibst und die Unterstützung erhältst, die du brauchst. Du hast mehrere Möglichkeiten:
- Dich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) arbeitslos melden, um Unterstützung bei der Stellensuche, Tipps zu den nächsten Schritten und Arbeitslosenentschädigung zu erhalten.
- Dich selbstständig machen und ein Unternehmen gründen oder einen Familienbetrieb übernehmen.
- In der Schweiz oder im Ausland eine Sprache lernen oder eine Ausbildung oder Arbeit im Ausland planen.
- Praktika machen oder befristete Stellen annehmen, um Erfahrung zu sammeln, deine Kompetenzen weiterzuentwickeln und deine Chancen auf eine Festanstellung zu erhöhen.
- Deinen Militär- oder Zivildienst in dieser Übergangszeit absolvieren oder sogar Karriere in der Schweizer Armee machen.