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Treuhandexpertin HFP
Treuhandexperte HFP
Treuhandexpertinnen und Treuhandexperten übernehmen komplexe Aufträge und Beratungen, die Fachwissen aus verschiedenen Bereichen wie Wirtschaftsberatung und -prüfung, Steuern und Buchführung, Rechtsfragen und Immobilienbewirtschaftung voraussetzen. Die Berufsleute verknüpfen die einzelnen Fragestellungen miteinander, um die Bedürfnisse und Ansprüche ihrer Kundschaft bestmöglich zu erfüllen.
Aufgaben
Sie üben folgende Tätigkeiten aus:
Wirtschaftsberatung und -prüfung
- Kundschaft z. B. zu Unternehmensführung, Vorsorge, Nachfolgeregelungen, Gründung oder Auflösung eines Unternehmens beraten
- Fusionierungen, Sanierungen und Auflösungen (Liquidationen) durchführen und dafür z. B. Liquiditäts- oder Investitionsplanungen erarbeiten
- Budgets und Investitionsberechnungen erstellen sowie Finanzierungsmöglichkeiten bei Expansionsvorhaben analysieren
- Unternehmensbewertungen vornehmen, das heisst, den objektiven Nutzen eines Unternehmens nach vorgegebenen Kriterien und Abläufen bewerten
- ordentliche Revisionen von Unternehmen begleiten: das sind vertiefte Prüfungen z. B. der Jahresrechnung, der Verwendung von Gewinnen und der internen Kontrollsysteme eines Unternehmens
- eingeschränkte Revisionen selbstständig durchführen: das sind weniger umfangreiche Prüfungen von Unternehmen, die nicht zu ordentlichen Revisionen verpflichtet sind
Steuern und Buchhaltung
- Kundschaft zu Steuerfragen wie z. B. Quellbesteuerung und Steuerauflagen sowie zu den Themenbereichen Sozialversicherungen, Anstellungen, Kündigungen oder Aufsetzen von Arbeitsverträgen beraten
- komplexe Steuererklärungen für Privatpersonen und Unternehmen sowie Mehrwertsteuerabrechnungen erstellen
- Abschreibungen und Rücklagen unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften berechnen, mit dem Ziel, die Steuersumme der Kundschaft zu optimieren
- Buchhaltung von KMUs (kleine und mittlere Unternehmen) übernehmen, das heisst Buchungen erfassen, Rechnungen prüfen und bezahlen, Lohnabrechnungen erstellen sowie Sozialversicherungsbeiträge, Mieten und Versicherungen verwalten
- Zwischenbilanzen und Jahresabschlüsse erstellen, die Buchhaltung analysieren und entsprechende Berichte für die Geschäftsleitung verfassen
- konsolidierte Abschlüsse erstellen, also die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von mehreren Unternehmen (z. B. von mehreren Unternehmen eines Konzerns) so darstellen, als ob es sich um ein einziges Unternehmen handeln würde
Immobilienverwaltung und Rechtsfragen
- Immobilienverwaltung und die damit verbundenen Verwaltungsaufgaben übernehmen, z. B. Mietzahlungen kontrollieren oder Nebenkosten berechnen
- Schulden eintreiben
- Erbteilungen und Testamentsvollstreckungen durchführen
- bei komplexen Situationen mit Spezialisten wie Buchhalterinnen oder Steuerexperten zusammenarbeiten
Arbeitsumgebung
Treuhandexpertinnen und Treuhandexperten stehen in direktem Kontakt zu ihrer Kundschaft oder zur Unternehmensleitung. Sie können sich ihre Arbeit frei einteilen. Wenn die Jahresabschlüsse oder Steuererklärungen erstellt werden, müssen sie teilweise mit Überstunden rechnen. Von ihnen wird zeitlich und menschlich, als Führungspersonen, oftmals ein sehr hohes Engagement erwartet. Selbständige Berufsleute sind oft unterwegs, um ihre Kundschaft vor Ort zu treffen.
Treuhandexpertinnen und Treuhandexperten führen ein eigenes Unternehmen oder sind Partnerinnen und Partner eines grossen Unternehmens. Sie finden in allen Wirtschaftssektoren Arbeit, zum Beispiel bei Banken, Treuhandgesellschaften, in der Industrie oder in der öffentlichen Verwaltung.
Anforderungen und Interessen
- Teamfähigkeit
- Gutes Gedächtnis
- Analytische Fähigkeiten
- Diskretion
- Sinn für Zusammenhänge
- Genauigkeit
- Freude an Verkauf und Beratung
Ausbildung
Die Ausbildung wird in der Regel berufsbegleitend in Form von Modulen gemacht. Die Zulassungsbedingungen für die Prüfung stehen in der Prüfungsordnung des SBFI.
Weiterbildung
Kurse
Angebote des Schweizerischen Treuhänderverbands Treuhand Suisse und der STS Schweizerische Treuhänder-Schulen sowie von Fachhochschulen und Hochschulen.
Höhere Fachschule (HF)
Z.B. dipl. Betriebswirtschafter/in HF oder dipl. Rechtsfachmann/-frau HF
Fachhochschule
Studiengänge in verwandten Bereichen, z. B. Bachelor of Science in
Treuhand oder in Betriebsökonomie mit Vertiefungsrichtung Finanzmanagement und Treuhand. Je nach Fachhochschule gelten unterschiedliche Zulassungsbedingungen.
Nachdiplomstufe
Angebote von höheren Fachschulen und Fachhochschulen: z. B. MBA/EMBA FH mit Vertiefung in Unternehmensberatung, MAS in Financial Consulting oder MAS in Business Administration.