Gebäudehüllenplanerin HFP
Gebäudehüllenplaner HFP

Planung, Hochbau, Tiefbau
Gebäudetechnik, Innenausbau

Gebäudehüllenplanerinnen und Gebäudehüllenplaner verwirklichen umfassende Gebäudehüllen oder deren Teile. Zur Gebäudehülle gehören zum Beispiel Aussenwände, Haustüren, Fenster oder Dächer. Die Berufsleute legen bei der Planung besonders viel Wert auf Übergänge zwischen Gebäudeteilen. Sie beraten Architektinnen, Bauherren und Bauleitende bei der Planung von Gebäudehüllen.

Aufgaben

Sie üben folgende Tätigkeiten aus:

Aufträge vorbereiten 

  • Wünsche der Kundschaft aufnehmen
  • Kundschaft bei Aufträgen beraten, zum Beispiel zu Materialien oder technischen Anforderungen
  • Kosten für Projekte berechnen und Offerten erstellen
  • technische Informationen für Projekte sammeln und beurteilen, zum Beispiel Daten zu Wärmeisolierung, Schalldämmung oder Luftdichtheit
  • Übergänge am Gebäude mit Sondieröffnungen oder Wärmebildkameras aufnehmen, zum Beispiel an Dächern, Fassaden, Fenstern oder Abdichtungen
  • Pläne für die Übergänge einer Gebäudehülle skizzieren, Terminpläne erstellen und Aufgaben verteilen
  • Massnahmen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz treffen, beispielsweise Schutzhelme, Schutzmasken oder Handschuhe für Arbeitsschritte einplanen
  • Architekturpläne in Bezug auf die Gebäudehülle überprüfen und wenn nötig anpassen

Aufträge umsetzen 

  • Schichtaufbau der Gebäudehülle erstellen, zum Beispiel Betonsteine, Wärmedämmstoffe oder Putz, und dazu Aufgaben an Projektbeteiligte erteilen
  • Projektbeteiligten ihre Aufgaben erklären
  • überwachen, ob die Arbeitenden die Aufgaben plangemäss umsetzen und ausgeführte Arbeiten dokumentieren
  • Bauaufträge ausschreiben, Angebote auswerten und Anbieter für Aufträge auswählen
  • besondere Ereignisse dokumentieren, zum Beispiel Kraneinsätze oder hohe Lärmemissionen
  • Konflikte zwischen Projektbeteiligten lösen
  • wenn nötig Abmahnungen gegenüber Bauherren verfassen und allfällige Konsequenzen aufzeigen
  • fertige Arbeiten abnehmen und allfällige Mängel dokumentieren 

Administrative Aufgaben

  • Baufortschritt schriftlich und mit Fotos dokumentieren und protokollieren sowie überprüfen, ob die Auftragsziele erreicht wurden
  • Bedienungs- und Wartungsanleitungen für die Gebäudehüllenteile zusammentragen und Unterhaltsverträge erstellen, insbesondere für Kontroll- und Wartungszeitpunkte, Leistungsangebote und den Datenaustausch
  • Abrechnungen überprüfen
  • Gebäudehüllenteile in Betrieb nehmen 

Arbeitsumgebung

Gebäudehüllenplanerinnen und Gebäudehüllenplaner arbeiten in Planungsbüros oder in Planungsabteilungen von Holzbau- oder Gebäudehüllenunternehmen. Sie überwachen Projekte auf Baustellen und müssen Schutzausrüstung wie Helme tragen. Die Berufsleute tauschen sich mit Architektinnen, Bauinngieuren und Handwerkerinnen aus. Die Arbeitszeiten sind regelmässig, bei wichtigen Zeitspannen in Projekten sind aber längere Arbeitszeiten möglich.

Gebäudehüllenplanerinnen und Gebäudehüllenplaner finden mit den entsprechenden Qualifikationen als Projektleiterinnen oder Projektleiter im Baumanagement Stellen. Die Berufsleute können sich in spezifischen Bautechniken spezialisieren, unter anderem in nachhaltigem Baumanagement. Der Arbeitsmarkt ist sehr gut.

Anforderungen und Interessen

Anforderungen
  • Fähigkeit, Mitarbeitende zu führen
  • Zeichnerische Begabung
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Kontaktfreudigkeit
  • Technisches Verständnis
  • Temperatur- oder Wetterfestigkeit
  • Sorgfältige und exakte Arbeitsweise

Ausbildung

Die Ausbildung wird in der Regel berufsbegleitend in Form von Modulen gemacht. Die Zulassungsbedingungen für die Prüfung stehen in der Prüfungsordnung des SBFI.

Weiterbildung

Kurse

Angebote von Fach- und Berufsfachschulen sowie der beteiligten Verbände des Vereins Trägerschaft Gebäudehüllenplaner.

Höhere Fachschule (HF)

Bildungsgänge in verwandten Fachbereichen, zum Beispiel dipl. Techniker/in HF Bauführung oder dipl. Holztechniker/in HF Holzbau.

Fachhochschule (FH)

Studiengänge in verwandten Bereichen, zum Beispiel Bachelor of Science in Bauingenieurwesen oder in Digital Construction. Je nach Fachhochschule gelten unterschiedliche Zulassungsbedingungen.

Nachdiplomstufe

Angebote von Fachhochschulen und Universitäten in verschiedenen Bereichen, zum Beispiel CAS Bauphysik oder MAS in nachhaltigem Bauen.