Ausbildung im Überblick
- AusbildungstypUniversität
- AbschlussBachelor Bachelor of Arts: BA in Ancient Civilizations
- UnterrichtsspracheDeutsch Die Unterrichtssprache ist vorwiegend Deutsch. Es können aber auch Veranstaltungen in Englisch abgehalten werden.
- Zeitliche BeanspruchungVollzeit
- Dauer
Die Regelstudienzeit für den Bachelor beträgt 6 Semester. Es besteht keine Studienzeitbeschränkung.
So sieht die Ausbildung aus
Umfassendes Grundlagenwissen und Einblick in Forschungsmethoden der Altertumswissenschaften
Der integrierte Bachelorstudiengang der Altertumswissenschaften öffnet einen zeitlichen Horizont von den Anfängen menschlicher Existenz bis zum Ende der Spätantike und umfasst die gesamte antike Welt von Europa bis Zentralasien und Ägypten. Er ermöglicht den Erwerb grundlegender Kenntnisse in sechs Disziplinen, um diese anschliessend in jenen zwei Bereichen zu vertiefen, die am meisten interessieren. Zur Wahl stehen die Schwerpunkte Ägyptologie, Alte Geschichte, Gräzistik, Klassische Archäologie, Latinistik, Naturwissenschaftliche Archäologie sowie Ur- und Frühgeschichtliche und Provinzialrömische Archäologie. Allen gemeinsam sind die interdisziplinäre und kulturwissenschaftliche Perspektive sowie die intensive Auseinandersetzung mit methodologischen Fragen zur Erforschung von materiellen und schriftlichen Quellen.
Schwerpunkte der Lehre und Forschung
Die Altertumswissenschaften in Basel zeichnen sich durch die enge Kooperation der Fachbereiche aus. Untergebracht in einem gemeinsamen Gebäude verfügen sie über die umfangreichste altertumswissenschaftliche Bibliothek im deutschsprachigen Raum. Erforscht wird das Altertum mittels materieller und schriftlicher Quellen – von den ersten anthropogenen Relikten und der Hinterlassenschaft der ältesten schriftführenden Kulturen bis hin zu hochdifferenzierten Zeugnissen der materiellen Kultur, der Literatur, Kunst und Wissenschaft. Methodisch und theoretisch bieten dabei Text- und Materialwissenschaften wie auch Naturwissenschaften vielfältige Zugänge. Das breitgefächerte und aufeinander abgestimmte Angebot in Lehre und Forschung macht die altertumswissenschaftliche Ausbildung in Basel zu einem soliden Fundament für die wissenschaftliche und berufliche Karriere.
- Die Forschungsthemen der Ägyptologie situieren sich in den Bereichen Archäologie (Tal der Könige, Thebanische Nekropole, Karnak), Religion (Jenseitsvorstellungen und Grabausstattung, funeräre Texte, Rituale, persönliche Frömmigkeit), Geschichte (Sozialgeschichte, Deir el-Medina, Kulturkontakt), Ikonographie, Schrift und Sprache (Literatur, Philologie und Linguistik). In der Lehre stehen der Spracherwerb und das Quellenstudium (Klassisch-Ägyptisch, im Weiteren auch Altägyptisch, Neuägyptisch, Demotisch oder Koptisch) sowie Kulturgeschichte und materielle Kultur aller pharaonischen Epochen im Zentrum.
- Die Alte Geschichte zählt zu ihren Schwerpunkten die Geschichte Griechenlands und Roms, das Frühe Christentum, die Spätantike und die frühbyzantinische Zeit. Mit Demographie und den Fragestellungen der Alltagsgeschichte werden Familie, Haus und Haushalt in der Antike erforscht, während die Papyrologie den Zugang zur Sozial-, Wirtschafts- und Religionsgeschichte des griechisch-römischen Ägyptens ermöglicht. Die Beschäftigung mit antiker Historiographie sowie die Wissenschaftsgeschichte des Faches Alte Geschichte bilden weitere Schwerpunkte.
- Die Gräzistik legt den Fokus auf den Homerischen Epos, die frühgriechische Lyrik, die attische Tragödie und Komödie, den griechischen Liebesroman und die vorsokratische Philosophie. Der modernen Kulturwissenschaft öffnet sie sich dabei mit anthropologischen, komparatistischen und literaturtheoretischen Fragestellungen, so untersucht sie z.B. die Interdependenz von griechischer Literatur und Religion. Zudem setzt sie Schwerpunkte in der Rezeptions- und Wissenschaftsgeschichte und der Erforschung moderner Inszenierungen antiker Dramen.
- Die Latinistik widmet sich der Literatur der ausgehenden Republik, der augusteischen Literatur, den Autoren der frühen Kaiserzeit sowie der Spätantike, mit Poesie (Epos, Epigramm, Elegie) und römischer Philosophie als zentralen Themen. Die neulateinische Literatur der Renaissance, insbesondere des oberrheinischen Humanismus, Wissenschaftsgeschichte, die Rezeption antiker Texte und Themen in modernen Literaturen sowie die Beschäftigung mit Fragestellungen der Gender Studies ergänzen das Programm.
- Das Profil der Klassischen Archäologie ist geprägt durch die Erforschung von materiellen und kulturellen Erscheinungsformen des Austausches zwischen den antiken Mittelmeerkulturen und ihren Nachbarregionen. Die sozial-, alltags-, mentalitäts-und religionsgeschichtlichen Fragestellungen haben zum Ziel, das kulturelle System zu rekonstruieren, in dem die antiken Objekte einst standen. Lehrgrabungen und Museumspraktika ermöglichen dabei eine praxisnahe Ausbildung. Ein weiteres Augenmerk gilt der künstlerischen und kulturgeschichtlichen Rezeption der Antike vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
- Die Ur- und Frühgeschichtliche und Provinzialrömische Archäologie wird in Basel im Sinne einer «Integrativen Archäologie» mit human- und naturwissenschaftlichen Ansätzen praktiziert. Forschungsschwerpunkte zur Ur- und Frühgeschichte sind die Sozial-, Geschlechter- und Kindheitsgeschichte in der Schweiz und den Nachbarländern. In der Provinzialrömischen Archäologie stehen Forschungen zu Vindonissa (Brugg/Windisch; Zivilsiedlungen und deren Interaktionen mit dem Legionslager) und in Augusta Raurica (Kaiseraugst; u.a. bauliche Entwicklung der Wohn- und Gewerbequartiere) im Zentrum.
- Die Naturwissenschaftliche Archäologie legt den Schwerpunkt auf die Vermittlung der naturwissenschaftlichen Grundlagen und Methoden, wie sie in den Altertumswissenschaften zur Anwendung kommen. In Basel sind dies insbesondere Archäobiologie (Archäobotanik, Archäozoologie, Anthropologie, inkl. alte DNA) und Geoarchäologie (Sedimentologie, Mikromorphologie, Quartärgeologie). Theorie und Praxis sind dabei eng verknüpft, wobei materialbezogene Bestimmungs- und Analyseübungen ein besonderes Gewicht haben.
Studiengang (ohne weiteres Fach): Das Bachelorstudium setzt sich aus einem Grund- und einem Aufbaustudium zusammen. Im Grundstudium wählen die Studierenden sechs der oben genannten Schwerpunkte, anschliessend werden im Aufbaustudium die Kenntnisse in zwei der zuvor gewählten Schwerpunkte vertieft. Das Studium lehrt dabei fachspezifische Methoden und Arbeitstechniken, vermittelt Überblickswissens, gibt Einblick in exemplarische Forschungsbereiche, die Entwicklung wissenschaftlicher Fragestellungen sowie die Fachethik und leitet zur kritischen Aufarbeitung der Wirkungen der Antike an.
Altertumswissenschaften kann auch als Studienfach gewählt werden, wobei es mit einem zweiten, davon unabhängigen Bachelorstudienfach kombiniert wird. In dieser Variante wählen die Studierenden im Grundstudium drei der oben genannten Schwerpunkte, anschliessend werden die Kenntnisse zu einem dieser drei Schwerpunkte im Aufbaustudium vertieft.
Zulassung
Direkte Zulassung
Eidg. anerkannte gymnasiale Maturität, Berufsmatur mit bestandener Passerelle oder Bachelor-Abschluss einer Fachhochschule bzw. Pädagogischen Hochschule.
Verbindliche Informationen unter: https://unibas.ch/zulassung
Latein / Griechisch
Für das Studium des Studiengangs Altertumswissenschaften mit Schwerpunkt Gräzistik sind Griechischkenntnisse auf Maturitätsniveau oder das Graecum sowie Lateinkenntnisse auf Maturitätsniveau oder das Latinum erforderlich.
Für das Studium des Studiengangs Altertumswissenschaften mit Schwerpunkt Latinistik sind Lateinkenntnisse auf Maturitätsniveau oder das Latinum sowie Griechischkenntnisse auf Maturitätsniveau oder das Graecum erforderlich.
Für das Studium des Studiengangs Altertumswissenschaften mit Schwerpunkt Alte Geschichte oder Klassische Archäologie sind Lateinkenntnisse auf Maturitätsniveau oder das Latinum oder Griechischkenntnisse auf Maturitätsniveau oder das Graecum erforderlich.
Studierende, die über keine hinreichenden Lateinkenntnisse verfügen, können diese im Rahmen des Latinum-Jahreskurses oder im Rahmen der kostenpflichtigen Latein-Sommerschule erwerben. Beide Kurse werden mit 12 KP im freien Wahlbereich validiert. Studierende, die nicht über hinreichende Griechischkenntnisse verfügen, können diese im Rahmen des Graecum-Jahreskurses erwerben. Der Kurs wird mit 12 KP im freien Wahlbereich validiert.
Weitere Sprachkenntnisse
In den Altertumswissenschaften ist Deutsch eine zentrale Wissenschaftssprache. Daneben ist die Fähigkeit wichtig, Texte in anderen modernen Wissenschaftssprachen (Englisch, Französisch, Italienisch) sicher zu lesen und zu verstehen. Ggf. sollten Studierende bereit sein, ihre Sprachkenntnisse zu erweitern.
Kosten
Studiengebühren pro Semester (auch für Prüfungssemester): CHF 850.-
Bemerkungen
Wegleitungen, Studienpläne und Studienordnungen für den Studiengang Altertumswissenschaften finden sich auf der Webseite der Philosophisch-Historischen Fakultät:
https://philhist.unibas.ch/de/studium/dokumente-merkblaetter/