7.1 Lernende erzählen über sich: mit der Lehre beginnen
Barbara, Lernende Strassentransportfachfrau
«Täglich unterwegs sein ..., mit der Lehre zur Strassentransportfachfrau habe ich mir meinen Traum erfüllt. Diese riesigen ‹Strassenmonster› haben mich seit meiner Kindheit fasziniert. Jetzt sitze ich selbst am Steuer, und es fühlt sich fantastisch an. Es ist aber auch eine verantwortungsvolle Tätigkeit, bei der es auf eigenständiges Arbeiten ankommt.»
«Ich wollte gerne die Lehre zur Strassentransportfachfrau machen, aber wo? Mithilfe von Schnupperlehren in verschiedenen Betrieben konnte ich unterschiedliche Aspekte des Berufs kennenlernen. Wenn man mehr als eine Schnupperlehre macht, erhält man einen umfassenderen Einblick in den Beruf.»
«Die Berufswahl ist die eine Sache, der Schulstoff die andere. Auch wenn ich häufig keine Lust darauf hatte, bin ich froh, dass ich mich in der Schule bis zum Schluss angestrengt habe. Mir fiel der Übergang in die Berufsfachschule leichter als vielen meiner Mitlernenden.»
Dominique, Lernender Detailhandelsfachmann
«Den ganzen Tag zu stehen, ist ziemlich anstrengend. Ausserdem kostet es mich viel Energie, die Kundschaft immer höflich und kompetent zu beraten, vor allem, wenn ich mal nicht so gut drauf bin.»
«In der Ausbildung zur/zum Detailhandelsfachfrau/-mann muss man sich täglich anstrengen. In der Berufsfachschule lerne ich die theoretischen Grundlagen des Verkaufs kennen, sowie das riesige Produkt- und Dienstleistungssortiment der Schweizerischen Post. Ich kann alles, was ich lerne, Punkt für Punkt im Geschäft anwenden und gleichzeitig wertvolle Erfahrungen mit der Kundschaft sammeln. Da die Arbeitszeiten unregelmässig sind und ich oft bis 19 Uhr arbeiten muss, kann ich nicht an jedem Training meiner Fussballmannschaft teilnehmen.»
«Der Übergang von der obligatorischen Schule zur Lehre hat ziemliche Veränderungen mit sich gebracht. Ich kann zum Beispiel nicht mehr zu Hause Mittagessen. Ich habe viele Hausaufgaben und musste auch lernen, mein Leben zu organisieren – im Gegenzug bekomme ich am Monatsende meinen Lehrlingslohn. Auf jeden Fall bin ich so zufrieden. Ich würde keine Vollzeitschule mehr besuchen wollen.»
Anna, Lernende Kauffrau
«Ich bin im ersten Lehrjahr als Kauffrau bei der Schweizerischen Post. Ich freue mich sehr, dass ich jetzt nach vielen Bewerbungen eine tolle Lehrstelle bekommen habe. Bevor ich mich beworben habe, hatte ich eine Berufsausbildungsmesse besucht und im Rahmen verschiedener Schnupperlehren verschiedene Betriebe kennengelernt.»
«Als ich von meinem Lehrbetrieb eine positive Antwort erhalten habe, konnte ich es kaum erwarten, in die Berufswelt einzusteigen. Ob mir die Lehre wohl Spass macht? Wie wird mir die Berufsbildnerin helfen? Muss ich in der Berufsfachschule viel lernen? Werde ich noch häufig meine Freundinnen und Freunde sehen oder mit meiner Mannschaft trainieren können? Unzählige Fragen gingen in dem Moment durch den Kopf.»
«Die ersten Wochen meiner Ausbildung haben meine Erwartungen vollends erfüllt. Ich bin froh, dass ich mich in der Schule bis zum Schluss angestrengt habe. Es hat sich gelohnt: Die Berufsausbildung ist genau das Richtige für mich.»
Lara, Lernende Schreinerin
«Ich bin handwerklich begabt und arbeite gerne mit Holz. Zusammen mit der Berufsberaterin konnte ich herausfinden, dass ich Schreinerin werden will.»
«Aktuell bin ich im ersten Lehrjahr als Schreinerin. Der Beruf begeistert mich immer noch wie am ersten Tag. Fast ein Jahr vor dem Schulabschluss hat mir die Dorfschreinerei die Lehrstelle zugesichert. Super! Ich habe mich entspannt: Tschüss Schule, hallo Lehre, habe ich gedacht. In meinem Kopf war die Schulzeit vorbei.»
«Schon in der ersten Arbeitswoche musste ich für meinen Berufsbildner ein Holzstück bearbeiten. Er hat die Masse auf ein Stück Papier gekritzelt, wie es Handwerkerinnen und Handwerker eben tun. Aber wie rechne ich die Masse in Länge, Breite und Höhe um? Ach, haben wir das nicht im letzten Schuljahr durchgenommen? Noch schlechter lief es an der Berufsfachschule: Ich musste schon nach den ersten Stunden zum Nachhilfeunterricht! Heute würde ich durchhalten und mit der Schule weitermachen, auch wenn mir das theoretische Lernen nicht besonders liegt.»
Michel, Lernender Logistiker
«Warum immer nur zur Schule gehen? Ich wollte endlich arbeiten! Vor allem in der dritten und vierten Klasse der Mittelschule habe ich die Lust verloren, in der Schule aufzupassen. Kein Wunder, dass meine Noten in den Keller gerauscht sind.»
«Damals war mir das egal. Wozu studieren? Ich wollte nur eins: Die Schule hinter mir lassen, in die Arbeitswelt einsteigen und mein erstes Geld verdienen. Nach mehreren Gesprächen mit der Berufsberaterin und verschiedenen Schnupperlehren war mir klar, dass ich den Beruf des ‹Briefträgers› lernen wollte. Hierfür mach ich eine Ausbildung als Logistiker mit der Fachrichtung Distribution. Seit letztem Sommer bin ich jeden Tag an der frischen Luft unterwegs und bediene mehr als 500 Kundinnen und Kunden.»
«Ganz anders in der Berufsfachschule: Dort muss ich wirklich kämpfen, um mich zu konzentrieren. Mein Berufsbildner hat mir sogar mit der Aufhebung des Lehrvertrags gedroht, sollten sich die Schulresultate nicht massiv verbessern.»