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Katholische Theologie: Studium selbst erlebt

Wie erfolgte die Studienwahl? Wie wird dieses Fach vermittelt? Ein Einblick in den Hochschul-Alltag

Den eigenen Glauben reflektieren

Nach der Matura zog es D.N. (28) an die ETH Lausanne, wo er zwei Semester lang Materialwissenschaften studierte, ein Studienfach, das vorwiegend auf Mathematik, Physik und Chemie basiert. "Obwohl mir das Studium eigentlich sehr gefallen hat, habe ich im Laufe dieses Jahres realisiert, dass mir dabei die Reflexion über das Menschsein fehlte und ich mehr über die christlich-theologische Perspektive wissen wollte", erklärt der 28-Jährige. So wechselte D.N. an die Uni Freiburg, wo er nun im zehnten Semester Theologie studiert.

Studieren an der Sprachgrenze

An den ersten Tag an der Uni Freiburg erinnert er sich noch ganz genau: "Alles war so gross und vor allem unbekannt". Auch die Zweisprachigkeit war und ist für ihn eine Besonderheit, passt aber sehr gut zu D.N. Als 9-Jähriger flüchtete er aus der Demokratischen Republik Kongo in die Deutschschweiz, wo er dann aufwuchs. Mit Französisch als Muttersprache und der Zweitsprache Deutsch fühlt sich D.N. im zweisprachigen Freiburg sehr wohl.

Im Moment besucht D.N. drei Vorlesungen pro Woche, also ca. 6 Stunden. Zusätzlich wendet er aber noch ca. 30 bis 35 Stunden für das Selbststudium zu Hause oder in der Bibliothek auf. Nebenbei arbeitet der Theologiestudent noch einen Tag als Verkaufsberater, ist Unterassistent an der Universität und boxt in seiner Freizeit.

Von der Mittelschule fühlt sich D.N. nicht sonderlich gut auf das Studium vorbereitet. "Das Studium an einer Universität ist schon etwas ganz anderes als das schulische Umfeld am Gymnasium", meint D.N. "Besonders was die Selbstdisziplin und die Eigenverantwortung angeht. An der Universität sagt dir niemand, was du genau machen musst. Und Ferien sind eben keine richtigen Ferien, weil man entweder lernen oder Arbeiten schreiben muss." Der Student kennt aber kein Patentrezept, wie ihn die Mittelschule besser darauf hätte vorbereiten sollen. "Ich war froh, dass ich die Erfahrung bereits an der ETH Lausanne gemacht hatte. So war für mich der Einstieg hier in Fribourg, wo das Studium aufgrund der weniger starren Studienstruktur noch viel selbstständiger, aber dadurch auch freier gestaltet werden kann und muss, einfacher."

Themenvielfalt im familiären Umfeld

Am Theologiestudium gefällt D.N. vor allem die Vielseitigkeit des Studienfachs: "Die Vielfalt ist enorm. Ich kann mich mit geschichtlichen, rechtlichen, systematischen, praktischen, soziologischen, philosophischen und sprachlich-literarischen Themen auseinandersetzen und dabei meinen eigenen Glauben reflektieren." Auch die familiäre Atmosphäre an der eher kleinen Theologischen Fakultät sagt ihm sehr zu. "Der Kontakt zu den Dozierenden ist freundlich und sehr angenehm. Sie sind sehr zuvorkommend, offen und gesprächsbereit", ergänzt D.N.

Über seine berufliche Zukunft hat sich der angehende Theologe noch keine grossen Gedanken gemacht. Von der Richtigkeit seiner Studienwahl ist er jedoch vollkommen überzeugt. Angehenden Studierenden empfiehlt er: "Eigne dir von Anfang an Lernmethoden und Disziplin an. Schiebe die Arbeiten nicht vor dir her, sondern versuche sie, so zügig wie möglich zu Ende zu bringen."



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