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Philosophie: Studium selbst erlebt

Wie erfolgte die Studienwahl? Wie wird dieses Fach vermittelt? Ein Einblick in den Hochschul-Alltag

«Kristallklare Schwere»

Michael studiert im vierzehnten Semester Philosophie (Major) und Soziologie (Minor) in Basel. Ein Jahr seines bisherigen Studiums verbrachte er an der Universität Kopenhagen in Dänemark.

Ich komme aus einem Hintergrund, wo geisteswissenschaftliches Denken und die Freude an philosophischen Fragen einen zentralen Stellenwert haben. Deshalb wurde ich schon früh mit einem gewissen Weltbild und den damit verbundenen Interessen konfrontiert. Im Laufe meiner Schulzeit entwickelte sich bei mir jedoch eine tiefe Faszination für die Mathematik, da ich dort eine spezielle Art von Inspiration fand. Dies führte dann auch dazu, dass ich ein Semester lang Mathematik studierte, was mir dann jedoch nicht zusagte. Wenn es die Philosophie als Fach jedoch nicht gegeben hätte, wäre ich wohl bei der Mathematik geblieben, da sie der Philosophie in ihrer Reinheit am nächsten ist. Oder ich hätte mich der einen oder anderen Geisteswissenschaft zugewandt: Vielleicht würde ich Kunstgeschichte und Altgriechisch studieren.

Start ins Studium

Mein Start ins Studium verlief zögerlich und war mit mehreren Rückschlägen versehen. In meinem Leben veränderten sich damals viele Dinge, da ich mich plötzlich nicht mehr in der gymnasialen Routine befand. Deshalb waren meine ersten 2-3 Semester eher darauf ausgerichtet, mich in einem neuen Lebensabschnitt einzurichten, was viel von meiner psychischen Kapazität beanspruchte und das konzentrierte Studieren erschwerte. Danach dauerte es wohl nochmals einige Semester, bis ich nicht mehr in regelmässigen Abständen in tiefe Zweifel über Sinn und Zweck eines Philosophiestudiums verfiel.
Sehr motivierend waren für mich die Momente, in denen ich glaubte, etwas verstanden zu haben, und Diskussionen mit Freundinnen und Freunden. Darüber hinaus ist es meiner Meinung nach unerlässlich, dass man gute Lehrer hat, die einen mit ihrer Begeisterung infizieren können.

Studienalltag

An der Universität Basel wird Philosophie in einem wunderschönen, alten Gebäude unterrichtet, das an einen Innenhof mit einer imposanten Linde angrenzt. Analog dazu ist die Studienatmosphäre wohl am stärksten dadurch geprägt, dass man sich vermittels der Texte, die man liest, in einem wunderschönen Gebilde von uralten Gedanken bewegt, die ein gewisses Gewicht und überabzählbar viele, fein verästelte Implikationen haben. Ich würde deshalb das grundlegende Gefühl, das mit einem Philosophiestudium einhergeht, mit dem Ausdruck "kristallklare Schwere" umschreiben.
Ansonsten ist die Grösse unseres Seminars relativ überschaubar, sodass ein mehr oder weniger persönlicher Kontakt unter allen Beteiligten vorherrscht: Durch die grosse Wichtigkeit von Seminarien, wo Texte mit den Dozenten und Mitstudierenden besprochen werden, entsteht ebenfalls eine angenehm persönliche Atmosphäre, die wohl in einem Hörsaal mit 500 Studierenden und Frontalunterricht nicht so leicht zustande kommt. Und auch ausserhalb der universitären Veranstaltungen trifft man sich mit andern Studierenden: Man liest etwa selbst gewählte Texte in Eigenregie im Rahmen sogenannter Lesegruppen oder trifft sich hier und dort mit Mitstudierenden auf einen Kaffee, um über dies oder jenes zu sprechen.
Dennoch ist das Philosophiestudium auch mit einer bestimmten Einsamkeit verbunden, da man sehr oft für sich alleine Texte lesen muss. Doch in welchem Studium muss man das nicht?

Voraussetzungen

Essentiell sind wohl eine gewisse Freude am Nachdenken und ein gutes Gefühl für Sprache. Für Jemanden, der alles wortwörtlich versteht, ist das Philosophiestudium dementsprechend nichts. Man sollte das Gefühl kennen, dass sich hinter (oder in) der Sprache etwas verbirgt. Ebenso sollte man ein geduldiger Mensch sein. Was damit zusammenhängt, ist, dass man einen musischen Charakter haben sollte. Damit meine ich, dass man die Grundhaltung, welche die Griechen "skhole" nannten, was auf Deutsch so viel wie Freizeit bedeutet, verinnerlicht haben sollte: Das heisst, man muss sich in einem mehr oder minder praxisfernen und zweckfreien Raum wohlfühlen können. Man muss sich in einem gewissen Sinne zurücknehmen und die Voraussetzungen für Praxis und Zweckgerichtetheit hinterfragen und untersuchen wollen. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass man damit umgehen können muss, wenn die Dinge, die man macht, nicht immer einen klaren Sinn dadurch haben, dass sie auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet sind oder ein konkretes Produkt innert festgelegter Zeit abwerfen.
Und man sollte Freude am Spazierengehen haben.

Berufliche Zukunft

Ich würde mich gerne weiterhin mit der Philosophie beschäftigen und werde mich, falls nichts dazwischen kommt, nach meinem Masterabschluss für ein Doktorat bewerben. Danach könnte ich mir gut vorstellen, weiterhin in Lehre und Forschung tätig zu sein.
In einem Philosophiestudium lernt man die Fähigkeit zu logischem Denken, man wird zur präzisen Analyse von Begriffen ausgebildet und lernt das kritische und kontemplative Distanznehmen. Dies sind essentielle Fähigkeiten, die überall und nicht nur in der Arbeitswelt von grosser Bedeutung sind. Doch, ob man diese im späteren Erwerbsleben gebrauchen kann und darf, hängt wohl von der jeweiligen Stelle ab.



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