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Studienrichtung Chiropraktik

Die Chiropraktik beschäftigt sich mit den Funktionsstörungen des Bewegungsapparates und deren Behandlung.

Fachgebiet

Chiropraktik
Chiropraktik

Die Chiropraktik befasst sich mit Beschwerden des Bewegungsapparates des Menschen. Dabei kann es sich beispielsweise um Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit oder Verkrampfungen handeln. Ziel der Chiropraktorin oder des Chiropraktors ist es, diese Beschwerden durch Manipulation mit den Händen zu lindern oder ganz zum Verschwinden zu bringen. Die Chiropraktik ist oft eine Alternative zu medikamentösen oder chirurgischen Behandlungsarten.
Auch Weichteile und innere Organe können chiropraktisch behandelt werden. Prävention rundet die chiropraktische Behandlung ab.

Chiropraktik

Chiropraktik

Studium

Studieninhalte

Die ersten vier Jahre des Studiums (gesamtes Bachelor- und erstes Jahr Masterstudium) sind identisch mit dem Humanmedizin-Studium. Zusätzlich besuchen die Chiropraktik-Studierenden das Mantelstudium "Chiropraktische Medizin" im Umfang von 4 bis 8 Wochenstunden, je nach Studienjahr.

Struktur der ersten vier Jahre:
Erstes und zweites Studienjahr (Vorklinik): Vormittags: theoretische Vorlesungen, nachmittags: praktische Übungen, Kurse, Anschauungsunterricht mit Organen, Leiche sezieren.
Drittes und viertes Studienjahr (Klinik): Vormittags theoretische Vorlesungen, nachmittags praktische Übungen. Die Studierenden sind bereits in Kliniken und Spitälern und üben - unter Anleitung von ausgebildeten Ärzten - an richtigen Patienten z.B. Anamnese aufnehmen, einfache Untersuchungen durchführen.

Das 5. und 6. Studienjahr (2. und 3. Studienjahr des Masterstudiengangs) unterscheidet sich dann vom Studium der Humanmedizin:

  • 5. Jahr: Chiropraktische Diagnostik und Therapie
  • 6. Jahr: Je 5 Monate Chiropraktische Lehrklinik und medizinisch-chiropraktische Unterassistenz, Vorbereitung auf eidgenössische Prüfung

Anforderungen

Wer als Chiropraktorin oder Chiropraktor arbeiten will, darf keine Berührungsängste zu Menschen verschiedensten Alters und vielfältiger Lebenslagen haben. Dies ist sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn zu verstehen, da die Behandlung stark mit körperlichem Kontakt verbunden ist. Darüber hinaus braucht es viel Einfühlungsvermögen und gute Kommunikationsfähigkeiten.
Weitere Anforderungen sind Selbstständigkeit, Selbstkontrolle, Organisationstalent, Geduld, Mitgefühl, gute Gesundheit und vor allem der Wille, andern zu helfen.

Forschungsschwerpunkte

Seit dem Herbstsemester 2008 kann an der Universität Zürich Chiropraktik studiert werden. Zuvor konnte das Studium nur im Ausland absolviert werden. Die Integration der Chiropraktik in die medizinische Fakultät der Universität Zürich ist weltweit einmalig. Dadurch und durch die Anbindung an die Uniklinik Balgrist, die sich auf Schäden und Schmerzen des Bewegungsapparates und des Rückenmarks spezialisiert hat, ergeben sich vielfältige neue Forschungsschwerpunkte. Auch können so Fragestellungen aus der Rheumatologie, der Neurologie oder den Bewegungswissenschaften interdisziplinär angegangen werden. Die Auswirkungen dieser einzigartigen Ausbildungs- und Forschungssituation sind grösstenteils noch offen.

Spezielles: Eignungstest für das Studium in Chiropraktik EMS

Die Universität Zürich verlangt aufgrund der jährlich hohen Anmeldequoten das Absolvieren eines Eignungstests für das Studium der Chiropraktik. Die Anmeldung zum Studium erfolgt zentral bei der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten jeweils bis zum 15. Februar des beginnenden Studienjahres unter swissuniversities.ch > Anmeldung zum Medizinstudium. Es gibt keine Möglichkeit, sich verspätet anzumelden. Details zum EMS siehe unifr.ch/ztd

Zulassung, Anmeldung und Studienbeginn

Informationen zur Zulassung an die verschiedenen Hochschulen sowie zur Anmeldung und dem Studienbeginn finden sich unter Zulassung, Anmeldung, Studienbeginn.

Studiengänge im Detail

Beruf

Häufige Tätigkeitsfelder

Das Studium der Chiropraktik hat die selbstständige ärztliche Tätigkeit zum Ziel. Nach Schätzungen sind 90 Prozent aller Chiropraktorinnen und Chiropraktoren in der Schweiz in eigenen Praxen oder Praxisgemeinschaften tätig und nur sehr wenige an Spitälern oder anderen Institutionen (z.B. Rehabilitationskliniken) angestellt. Zudem arbeiten die meisten in grösseren und mittelgrossen Städten. Die Kosten der chiropraktischen Behandlung werden (auch ohne Überweisung durch einen anderen Arzt/eine andere Ärztin) von den Krankenkassen übernommen.

Laufbahn und Stellensuche

  • Beschäftigung
    Tipps und Hinweise zum Stellenmarkt, zur Stellensuche, zum Bewerbungsverfahren und zu Lohnfragen

Weiterbildung

Unterschiedliche Angebote je nach Berufsperspektive

Um selbstständig praktizieren zu dürfen, benötigen Chiropraktorinnen  und Chiropraktoren nach dem Studium eine 2-jährige Weiterbildung zur "Fachchiropraktorin" bzw. zum "Fachchiropraktor".
Die Schweizerische Akademie für Chiropraktik in Bern bietet diese Weiterbildung an. Sie beinhaltet eine Assistenz in einer chiropraktischen Praxis, die von der Akademie für Chiropraktik anerkannt ist. Daneben müssen wöchentliche Weiterbildungskurse in Bern besucht werden.  Die Lernziele der zweijährigen Weiterbildung sind in einem Katalog festgehalten.

Wie auch in anderen medizinischen Berufen kommt darüber hinaus der laufenden Weiterbildung während der Berufsausübung ein grosser Stellenwert zu. Die Koordination der Fortbildung übernimmt die Schweizerische Akademie für Chiropraktik.

Durch die neuere Studiensituation, dank der Chiropraktik seit 2008 in der Schweiz studiert werden kann, ist noch offen, welche Weiterbildungen sich in Zukunft in der Schweiz spezifisch an Chiropraktorinnen und Chiropraktoren richten werden. Vermutlich werden einige davon von der FMH angeboten werden.
Weitere Informationen dazu finden Sie bei den Weiterbildungen nach einem Studium der Humanmedizin.

Es ist auch denkbar, dass neue Weiterbildungen in den Gebieten Neurologie, Rheumatologie, Bewegungswissenschaften oder Physiotherapie entstehen werden.