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Studienrichtung Biomedizinische Wissenschaften und Technik

Die interdisziplinären Fachgebiete der Biomedizinischen Wissenschaften verbinden naturwissenschaftliche, medizinische und ingenieurwissenschaftliche Grundlagen und Methoden mit spezifischen Fragestellungen aus den Bereichen Gesundheit und Krankheit, Prävention und Rehabilitation, Bewegung und Sport.

Fachgebiet

Biomedizinische Wissenschaften
Biomedizinische Wissenschaften

Die Biomedizinischen Wissenschaften und die Medizinische Biologie untersuchen mit Methoden der Molekular- und Zellbiologie Fragen der Medizin. Das Wissen über die molekularen Vorgänge in Zellen und Organismen wird vorausgesetzt für die Erforschung von komplexen Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Immunschwächen und die Entwicklung von therapeutischen und präventiven Interventionen.

Biomedizinische Wissenschaften

Biomedizinische Wissenschaften

Die Biomedizinische Technik wendet ingenieurwissenschaftliche Kenntnisse im medizinischen Bereich an und entwickelt Geräte aller Art zur Unterstützung von Arzt/Ärztin und Patient/in: Dazu gehören beispielsweise Hör- oder Glukosemessgeräte, Mikroskope, Roboter für chirurgische Eingriffe oder zur Wiederherstellung von Bewegungsabläufen in der Rehabilitation sowie zur Erhöhung der Mobilität von Behinderten.

Der ETH Studiengang Gesundheitswissenschaften und Technologie beschäftigt sich anhand von natur- und ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen mit einem breiten Spektrum von Gesundheitsthemen. Man untersucht zum Beispiel die Auswirkungen von Alterung, Bewegung oder Medikamenten auf das System Mensch, interessiert sich für die molekularen Mechanismen von Krankheiten oder für den Einsatz moderner Technologien zu Gesundheitsverbesserung.

Studium

Studieninhalte

Die Studiengänge im Bereich der biomedizinischen Wissenschaften und Technik vermitteln interdisziplinäres Wissen von den Grundlagen des menschlichen Organismus bis hin zur molekularen Ebene unter Einbezug neuester technologischer Ansätze. Sie eignen sich für alle, die sich für den menschlichen Organismus in Gesundheit und Krankheit interessieren, aber nicht Ärztin oder Mediziner werden wollen.
Je nach gewähltem Studienprogramm liegen die Schwerpunkte auf humanmedizinischen, biologischen oder ingenieurwissenschaftlichen Fächern. So stehen bei den Biomedical Sciences beispielsweise Veranstaltungen wie Tumorbiologie, Molekularbiologie der Entzündung, Systembiologie der Organerkrankung oder angewandte Forschungsmethodik auf dem Programm. Bei der Biomedizinischen Technik sind es Veranstaltungen wie Technische Mechanik, Materialwissenschaften und Biomaterialien, Biomechanik der Gewebe, Programmierung von Mikrocontrollern oder technische Produktgestaltung.

C. M. studiert Gesundheitswissenschaften und Technologie an der ETH Zürich

«Ich habe sehr viele faszinierende Dinge gelernt.»

Mehr dazu

Anforderungen

Die interdisziplinäre Ausrichtung der Studiengänge verlangt ein breites Interesse an Naturwissenschaften, Medizin, Mathematik, Informatik und Technik. Ebenso erfordert das Studieren ein hohes Mass an Engagement, Eigenständigkeit und Disziplin. Auch die Fähigkeit zu vernetztem Denken, Neugierde und ein offener Blick auf die Welt sind gefragt. Biomedizinische Wissenschaften sind forschungs- und zukunftsorientiert. Wer einen solchen Studiengang wählt, sollte deshalb Freude haben am Umgang mit neuen, komplexen Technologien sowie Ausdauer für die Forschung und die Entwicklung neuer Konzepte und Produkte mitbringen.

Forschungsschwerpunkte

Die Erforschung der hundert Billionen Zellen des menschlichen Organismus in Gesundheit und Krankheit ist von enormem wissenschaftlichem, wirtschaftlichem, ethischem und rechtlichem Interesse. Die biomedizinischen Forschungsgebiete sind breit gefächert, die Forschungsgruppen interdisziplinär.
Im Zentrum stehen Fragen nach der molekularen Organisation lebender Organismen, nach Struktur und Funktion von Makromolekülen, nach Steuermechanismen von Zellvorgängen und ihren Schaltkreisläufen sowie den allgemeinen Prinzipien, die komplexen biologischen Systemen und deren dynamischen Interaktionen zugrunde liegen. So untersuchen Forschende zum Beispiel die molekularen Prozesse, die bei der Entstehung von Krebs, Diabetes, Hirn- oder Entzündungskrankheiten eine wichtige Rolle spielen. Oder sie versuchen zu verstehen, wie höhere Organismen mit komplexen Organen auf Krankheit, Stress und Umwelteinflüsse reagieren. Die Ergebnisse können die Grundlage liefern für neue Diagnose-Methoden und Medikamente.
Die Fortschritte in der Erforschung des menschlichen Genoms (= Erbgut) und Proteoms (= Gesamtheit aller Proteine unter exakt definierten Bedingungen) wecken zudem Hoffnungen auf eine individualisierte Medizin und auf für den einzelnen Menschen massgeschneiderte (Gen-)Therapien.

Spezielles: Erkenntnisse dank Technologie und Tierversuchen

Der Erkenntnisfortschritt der biomedizinischen Wissenschaften in der Schnittmenge von Biologie, Medizin und Technik ist eng verknüpft mit hochkomplexen technologischen und methodischen Innovationen. Neue bildgebende Verfahren oder Hochdurchsatztechnologien beispielsweise erlauben es, mittels Laserlicht und fluoreszierenden Stoffen Zellen im grossen Massstab zu markieren und zu analysieren. Neben Versuchen an Zellen und Geweben sowie Computersimulationen müssen in der biomedizinischen Forschung nach wie vor Tiermodelle eingesetzt werden. Der fachkundige, respekt- und verantwortungsvolle Umgang mit Labortieren ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung von jungen Forschenden. Die Haltung und Nutzung der Tiere erfolgt nach strengen Bestimmungen.

Zulassung, Anmeldung und Studienbeginn

Informationen zur Zulassung an die verschiedenen Hochschulen sowie zur Anmeldung und dem Studienbeginn finden sich unter Zulassung, Anmeldung, Studienbeginn.

Studiengänge im Detail

Fachhochschulen

Berner Fachhochschule BFH

Universitäre Hochschulen

Beruf

Häufige Tätigkeitsfelder

Absolventinnen und Absolventen von biomedizinischen Studienprogrammen sind vielseitig ausgebildete, stark naturwissenschaftlich geprägte Wissenschaftler/innen mit technischem Verständnis und fundierten Kenntnissen über den Menschen und seinen Körper in Gesundheit und Krankheit.
Wer Biomedical Sciences oder Medical Biology studiert hat, strebt in der Regel eine Karriere in der medizinischen oder der klinischen (Grundlagen-)Forschung an, z.B. an Hochschulen, Forschungszentren und Universitätsspitälern sowie in der Pharma- oder Biotech-Industrie. Nach einem medizintechnischen Studium bieten sich primär Tätigkeiten in Forschung und Entwicklung sowie in Vertrieb und Marketing in einem der vielen grossen und kleinen Medizintechnik-Unternehmen an. In Anschluss an den Studiengang Gesundheitswissenschaften und Technologie sind je nach gewählter Vertiefung die oben genannten Berufsfelder denkbar, aber auch Tätigkeiten in Gesundheitsförderung und Prävention, in der Leistungsdiagnostik, in Arbeits- und Sportmedizin etc. kommen infrage.
Weitere Arbeitsmöglichkeiten nach allen Studiengängen bestehen im Patentwesen, im Consulting, in Gesundheitspolitik und -verwaltung oder im Wissenschaftsjournalismus.

Laufbahn und Stellensuche

Weiterbildung

Unterschiedliche Angebote je nach Berufsperspektive

Weiterbildungen lohnen sich dann, wenn sie gezielt durchlaufen werden. Sie können helfen, das im Studium erlangte Fachwissen auf den neuesten Stand zu bringen, zu erweitern oder im Hinblick auf bestimmte Berufsfunktionen zu ergänzen. Im Idealfall werden sie berufsbegleitend im dazu passenden Arbeitsgebiet absolviert. Am besten sammelt man zwischen Hochschulabschluss und Weiterbildung einige Jahre Berufserfahrung. Denn nur wer bereits im Berufsleben steht, weiss welches spezifisches Wissen ihm/ihr noch fehlt.
Ein Doktorat nach einem universitären Masterstudium ist in der Regel unumgänglich für eine Forscher/innenlaufbahn, oft kommt noch ein Post-doc-Studium im Ausland dazu. Einzelne Hochschulen bieten darauf zugeschnittene Doktoratsprogramme.