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Themenbild: Laufbahn
Time-out - Auszeit von der Arbeit
 
Verschiedene Formen von Auszeit
Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmenden träumt von einer beruflichen Auszeit. Neben Grossbetrieben, international tätigen Firmen und der öffentlichen Hand bieten dies vermehrt auch KMUs an. Am häufigsten ist vom "Sabbatical" oder "Sabbatjahr" von Führungskräften zu lesen. Es existieren jedoch auch andere Formen: Auslandaufenthalt, Bildungsurlaub, Sozialzeit, Familienpause oder aktive Vorbereitung auf den Ruhestand.
Überall gilt aber: Die finanziellen Voraussetzungen müssen geklärt sein.

Besondere Lebensumstände – das Timing

Ein Langzeiturlaub wird insbesondere bei einem Wechsel zwischen zwei Stellen, nach einem geschäftlichen Erfolg oder als Übergang – zum Beispiel von der Festanstellung zu einer freiberuflichen Tätigkeit – in Betracht gezogen. Einschneidende Ereignisse können ebenfalls eine berufliche Auszeit einleiten.

Gestiegene Toleranz

Trotz klassischer Berufslaufbahnen begeistern sich immer mehr Menschen für Ausgefallenes oder gehen einem exotischen Hobby nach. Die Experimentierfreude überträgt sich auf den Job. Hinzu kommen äussere Umstände (Stress, Hektik, Leistungsdruck) sowie neue Werte (Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben, Streben nach Unabhängigkeit, Fernweh, Sehnsucht oder Sinnessuche).

Finanzierung

Wichtig sind drei Faktoren:
laufende Fixkosten (Miete, Steuern, Versicherungen)
Auslagen für das Time-out
Unvorhergesehenes
Prüfen Sie, ob Ihr Arbeitgeber geregelte oder teilweise bezahlte Absenzen kennt (individuelle Langzeiturlaube, längere Ferien, Zeitkonti). Wie steht es um die Bedingungen (Dienstjahre, Verpflichtung zu Rückkehr/Verbleib, Rückzahlungsmodalitäten, Konkurrenzverbot)?
Ein Bildungsurlaub lässt sich eventuell mittels Stipendien finanzieren, Details dazu siehe unter Finanzierung der Weiterbildung. Alternativen: Ersparnisse, Jobben, Ausbildungskredite.

10 Tipps zur Vorbereitung auf Ihre Auszeit

Entschliessen Sie sich für ein richtiges Time-out! Dieses ist nicht zu verwechseln mit verlängerten Ferien oder einem Ausland-Praktikum.
Planen Sie die Auszeit, bevor Sie total ausgebrannt oder mitten in mehreren Projekten sind. Eine Auszeit eignet sich z.B. dann, wenn Sie sich neu orientieren wollen.
Die Länge eines Time-out wird von verschiedenen Faktoren bestimmt: persönliche Möglichkeiten, äussere Umstände, Ereignisse während der Auszeit. Optimal ist eine Mindestdauer von drei Monaten.
Legen Sie die Grundrichtung des Time-out fest (grössere Reise, Bildungsurlaub) und halten Sie sich offen für das, was sich daraus ergibt.
Planen Sie nur das Notwendige, gehen Sie mit realistischen Erwartungen an das Ganze heran. Ein Time-out löst weder die Probleme am Arbeitsplatz, noch verhilft es gleich zu einer neuen Geschäftsidee.
Schieben Sie Formalitäten nicht beiseite: Rechtsfragen, Versicherungen, Administratives rechtzeitig angehen.
Klären Sie wichtige Punkte mit Angehörigen und Familie (Geld, Abwesenheit von Haushalt/Kindern, Erreichbarkeit).
Versuchen Sie vorher herauszufinden, wie Sie auf einen "Ausstieg" reagieren (Probelauf, z.B. durch eine längere Arbeitspause). Trotz aller Vorbereitung kann eine Krise aufbrechen, oder Sie treten etwas los, dessen Auswirkungen sich nicht abschätzen lassen.
Scheuen Sie sich nicht vor Programmänderungen, professioneller Unterstützung oder einem Abbruch der Auszeit.
Achten Sie darauf, nach der Rückkehr nicht in den alten Rhythmus zu verfallen. Umgekehrt können Sie auch keine Wunder erwarten: Am meisten verändert haben Sie sich.

Den richtigen Augenblick erkennen

Die Berichte unterschiedlicher Personen zeigen, dass es keinen bestimmten Time-out-Typ und kein "einzig wahres" Modell eines Time-out gibt – höchstens günstige Umstände. Zentral scheint vielmehr, den richtigen Augenblick zu erkennen und die Gelegenheit zu nutzen. Unabhängig davon, was andere meinen und bevor der Körper die Notbremse zieht.
 
 

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 Medien-Tipps
 
Formen von Teilzeitarbeit, Chancen und Risiken, Voraussetzungen, Umgang mit Widerständen, Teilzeitarbeit im Kader, Job-Sharing, rechtliche Aspekte und vieles mehr.

Ein Ratgeber für die Praxis.
Karin Ammann: Time-out. Ausstieg auf Zeit. So klappts mit Job, Geld, Wohnung. Beobachter-Buchverlag, 2005.

Die erste Publikation mit Rechts- und Versichesrungsteil für die Schweiz.
Karin Ammann & Peter Böhringer: Time in, Time out. Kreative Auszeit – Erfolgreiche Rückkehr. Books on Demand, 2002.

Das Projekt "SeitenWechsel" bietet Führungskräften aus der Wirtschaft die Möglichkeit, in einer sozialen Institution ihrer Wahl direkte Erfahrungen in ungewohnter Umgebung zu sammeln.
Tony Ettlin, Hans-Peter Meier-Dallach u.a.: SeitenWechsel. Lernen in anderen Arbeitswelten. Orell Füssli Verlag, 2003.
  
 Links
 www.swissemigration.ch
 Beratungsdienst für Auslandaufenthalte und Auswanderung.