Gesellschaft, Wirtschaft, Technik befinden sich in raschem Wandel. Die unmittelbare Verfügbarkeit von Information und Wissen ist von entscheidender Bedeutung. Bibliotheken, Dokumentationen und Archive spielen dabei eine wichtige Rolle.
Sammeln, aufbereiten, vermitteln
In Bibliotheken, Archiven sowie Informations- und Dokumentationszentren werden Daten und Gegenstände gesammelt, geordnet, zur Vermittlung aufbereitet und zugänglich gemacht. Neben den gedruckten Medien, neben Tonträgern und Filmmaterialien gewinnen zunehmend elektronisch gespeicherte Daten und Dokumente an Bedeutung. Durch die materielle Verschiedenartigkeit erwachsen spezielle Anforderungen an die Aufbewahrung und Sicherung der Bestände. Dabei arbeiten Dokumentationsspezialisten mehr und mehr mit Restauratoren und Informatikerinnen zusammen.
Die Aufgaben von Archiven, Bibliotheken und Informations- und Dokumentationsstellen überschneiden sich in grossen Teilen. Unterschiede können in der Art des Sammelguts und in der Art der Aufbereitung und Vermittlung bestehen. Zusammengetragen, dokumentiert und archiviert werden beispielsweise historische Dokumente, Bücher, aktualitätsbezogene Daten und Informationen.
Während in Archiven das Erfassen, Bewerten, Erschliessen und Aufbewahren von historisch wertvollem Archivgut, also historische, restauratorische und juristische Fragen eine wichtige Rolle spielen, sind in den Informations- und Dokumentationsabteilungen aktuelle, branchenspezifische und zweckorientierte Informationen gefragt. Zentral dabei ist die Vermittlung mittels gut zugänglichen Datenbanken.
In den Bibliotheken sind die Tätigkeiten besonders durch den Standort, die Grösse und die Art der Bibliothek ( wissenschaftliche Bibliotheken, öffentliche Bibliotheken) geprägt sowie durch die Spezialisierung auf bestimmte Sachgebiete.
Ohne Informatik läuft nichts
Heute spielt in Archiven, Bibliotheken und Dokumentationen die Informatik in verschiedener Hinsicht eine entscheidende Rolle. Sie ist nicht nur bei der Erschliessung und Aufbewahrung, sondern auch bei der Verfügbarmachung und bei der Vermittlung an die Kunden und Kundinnen das wichtigste Hilfsmittel. Bei Recherche, Redaktion und Weiterverbreitung von Information und Wissen sind Internet, Intranet und spezifische elektronische Datenbanken nicht mehr wegzudenken. Schliesslich geschieht die Vernetzung der verschiedenen Angebote weltweit auf elektronischem Weg. Damit sind aus Bibliotheken, Archiven und Dokumentationsstellen hochtechnisierte Dienstleistungsunternehmen geworden und aus den «Hütern des Gedächtnisses» Spezialistinnen und Manager für Informations- und Kommunikationstechnologie.
Kommunikation ist gefragt
Die Dienstleistungen können sich nicht mehr damit begnügen, passiv auf Benutzer/innen zu warten, sie müssen sich bekannt machen und auf die Öffentlichkeit zugehen. Damit gehören heute auch Marketing, PR und Kommunikation zu den Aufgaben der Bibliothekare, Archivarinnen und Dokumentalisten. Im Speziellen kann es sich dabei um besondere Publikationen, um einen Webauftritt, aber auch um Ausstellungen und Tage der offenen Tür handeln, mit dem Ziel, auf die Arbeit und die Angebote aufmerksam zu machen. Kommunikation ist jedoch auch im Alltag im Kontakt mit den Kundinnen und Kunden gefragt, bei Beratung, Vermittlung und Ausleihe.
Welche Studienrichtungen, welche Zusatzqualifikationen?
Archive, Bibliotheken und Informationszentren gibt es für alle Arten von Wissensgebieten: Staatsarchive oder Archive von Spitälern, Bibliotheken von Universitätsinstituten oder von Gemeinden und Quartieren, Informationsabteilungen von Versicherungen oder des Gesundheitswesens, Dokumentationen von Medien oder von Ingenieurunternehmen. Je nach Ausrichtung können Informationsfachleute mit unterschiedlichem Fachwissen gefragt sein. Es kann auch vorkommen, dass für spezifische Bereiche etwa Wirtschaftswissenschaftler oder Naturwissenschaftlerinnen gesucht werden. Da jedoch vor allem Kernkompetenzen wie Recherchieren, Redigieren, Vermitteln und Kommunizieren gefragt sind, gilt ein geistes- oder sozialwissenschaftliches Studium als gute Voraussetzung. Im Vorteil ist, wer besonderes Fachwissen aus verschiedenen Wissensbereichen mitbringt.
Die Universitäten bieten teilweise berufsorientierte Einstiegsveranstaltungen zum Thema Bibliothekswesen und Archiv an, z.B. im Rahmen des Germanistik- bzw. des Geschichtsstudiums. Zudem bestehen verschiedene Nachdiplomausbildungen und Kurse von Hochschulen und Berufsverbänden.
Management, Personalführung, Finanzplanung
Je nach Art und Grösse der Bibliothek, des Archivs oder der Informations- und Dokumentationsabteilung sowie je nach Funktion und Hierarchiestufe sind auch organisatorische und administrative Aufgaben wie Personalführung, Management oder Finanzplanung und Controlling, z.T. auch Fundraising, wichtige Bestandteile der Tätigkeiten.
Kontakte schon während des Studiums knüpfen
Auch für dieses Berufsfeld gilt, dass einschlägiges Know-how die Chancen erhöht. Deshalb ist zusätzlich praktische Erfahrung gefragt. Da jeder Studierende Kontakte etwa mit Institutsbibliotheken, Archiven oder Dokumentationsstellen hat, können sich Möglichkeiten von Praktika und Volontariaten bereits während des Studiums ergeben.
Weitere Informationen
Verband der Bibliotheken und der Bibliothekarinnen/Bibliothekare der Schweiz: www.bbs.ch
Interessengruppe der Wissenschaftlichen Bibliothekarinnen und Bibliothekare der Schweiz: www.igwbs.ch
Schweizerische Vereinigung für Dokumentation: www.svd-asd.org
Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare: www.staluzern.ch
Weitere Berufe im Bereich Bibliothek, Archiv, Dokumentation
In der Rubrik Laufbahn finden Sie zusätzlich zur unten stehenden Liste weitere Berufe aus dem Bereich Bibliothek, Archiv, Dokumentation - von den Grundbildungen bis zu den Hochschulberufen.
Hier finden Sie eine Auswahl von Berufs- und Tätigkeitsbeschreibungen aus dieser Branche, in denen Uni-Absolventinnen und -Absolventen arbeiten.