Teamplayer und Leiter
Ich war während zehn Jahren Oberarzt im Inselspital Bern. Während dieser Zeit wurde mir klar, dass ich keine Einzelpraxis als Unternehmer führen wollte. Ich war vielmehr ein Teamplayer. In einer HMO-Gruppenpraxis ergab sich für mich die ideale Gelegenheit, in der ambulanten Medizin eine entsprechende Arbeitsumgebung zu finden. Meine Aufgabe den Patientinnen und Patienten gegenüber ist es, jeden Einzelnen mit seinen Problemen, in seiner Umwelt, seinen Lebensbedingungen zu verstehen und zu begreifen, was falsch läuft. Ich muss eine Diagnose stellen und Möglichkeiten finden, wie geholfen werden kann.Alle Ärztinnen und Ärzte unserer Organisation sind in ihren medizinischen Leistungen autonom und für ihre Patientinnen und Patienten verantwortlich. Eine enge Zusammenarbeit in der Gruppenpraxis und ein intensiver Austausch bei schwierigen Entscheiden sowie die gegenseitige Vertretung sind selbstverständlich. Verglichen mit der Einzelpraxis spielen finanzielle Aspekte in einem HMO-Zentrum eine andere Rolle. Als Angestellte arbeiten auch wir Ärzte zu einem vereinbarten Lohn.
Als leitender Arzt leite ich die Gruppenpraxis. Sie besteht aus sechs Ärztinnen und Ärzten, sechs Praxisassistentinnen, zwei Lehrtöchtern, zwei Physiotherapeutinnen und einer Gesundheitsschwester. Mein Fach, die Innere Medizin und mein weiterer Schwerpunkt, die Ultraschalldiagnostik, verlangen regelmässige Fortbildung. Nur mit grossem Zeitaufwand gelingt es mir, den vielen Anforderungen gerecht zu werden. 60 Arbeitsstunden pro Woche sind die Regel. Die Patientenbetreuung verträgt keine Kompromisse. Ohne ein bestimmtes Mass an Sprechstundenzeit bin ich für meine Patienten und Patientinnen kein verlässlicher Arzt. Nur dank viel Eigenverantwortung und Initiative aller Teammitglieder kann ich ein so grosses Zentrum leiten.


