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Musikdramaturgin am Theater Biel Solothurn

Merle Fahrholz.jpg [21.39 KB]

Das Theater als weitere Familie
Merle Fahrholz

Was ist Dramaturgie?
Ich arbeite an einem Zweispartenhaus im Bereich Dramaturgie Musiktheater. Was ist Dramaturgie? Diese Frage wird mir von vielen Seiten immer wieder gestellt, lässt sich allerdings nicht eindeutig beantworten. Dies liegt vor allem daran, dass der Arbeitsbereich in jedem Theater etwas anders abgegrenzt ist. Grob kann ich allerdings sagen, dass ich als Dramaturgin auf drei Ebenen arbeite:
Einerseits wirke ich an der generellen Profilierung des Hauses mit, was vor allem die Spielplangestaltung, d.h. die Auswahl der Stücke, der Sängerinnen und Sänger, der Regisseure und Ausstatter etc., betrifft.
Zweitens stehe ich von Anbeginn mit den Inszenierungsteams im Austausch. Dies kann in beratender Funktion sein (Informationen über die ausgewählten Sänger, das Stück, besondere Literatur etc.) und reicht bis zur aktiven Beteiligung an der Konzeptfindung (Produktionsdramaturgie).
Drittens betreue ich das Publikum, indem ich Informations- und Sonderveranstaltungen organisiere (VHS-Kurse, Gesprächskonzerte, Events mit anderen Kulturorganisationen etc.), Einführungen halte und nicht zuletzt für die Programmhefte verantwortlich bin.

Flexible Arbeitszeiten – ein intensives Zusammensein
Als Dramaturgin gehöre ich zum künstlerischen Personal des Theaters, dennoch ist die Arbeit nicht immer rein kreativ. Man muss ein gewisses Talent für Organisation mitbringen, gerne mit unterschiedlichsten Menschen in Kontakt sein (im Bereich Oper beinhaltet dies auch Kommunikation in verschiedene Sprachen), keine Hemmungen haben, Texte zu publizieren (auch wenn man nicht immer 100% glücklich mit ihnen ist) und sich schnell auf verschiedene Themenbereiche einlassen können.
Mein Arbeitsplatz ist vornehmlich der Schreibtisch, die Probebühne sowie die Hauptbühne gehören aber ebenso dazu. Meine Arbeitszeiten sind sehr flexibel, insbesondere in den Endprobenwochen dauern die Arbeitstage gerne bis Mitternacht, Vorstellungsdienste sind zudem regelmässig an Wochenenden zu absolvieren. Wen dies abschreckt: Ein Theaterberuf ist kein 9-to-5-Job - aber der Arbeitgeber auch nicht ‚normal‘. In vielen Theatern arbeitet man auf einer sehr persönlichen Ebene zusammen und man ist durch mehr als nur die Arbeit miteinander verbunden. Ich kann sagen, dass das Theater zu einer weiteren Familie geworden ist.
Wer sich für die Arbeit der Dramaturgie interessiert, dem rate ich während des Studiums bereits Praktika an verschiedenen Institutionen zu absolvieren.

Laufbahn

  • Studium der Musikwissenschaft und Kulturwissenschaft (MA-Abschluss 2007), seit 2010 Promotionsstudium im Fach Musikwissenschaft
  • Während des Studiums verschiedene Praktika von 1,5 bis 7 Monate (Berliner Philharmoniker, Deutsche Oper am Rhein (Sparte Ballett), Oper Frankfurt, Sächsische Staatsoper Dresden (Semperoper), Metropolitan Opera (New York))
  • Aktuelle Anstellung: Leitung Dramaturgie Musiktheater
  • Stellenprozent: Bis Sommer 2011 100%, momentan 60%, hierneben Verfassen einer Dissertation

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