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Wissenschaft und Forschung
Porträt

Arzt in der universitären Forschung

Auf der Suche nach einer neuen Therapie

Die Gewissheit, dass ich in die Forschung wollte, kam Ende des Studiums. Ich wollte kreativ arbeiten und in die Tiefe gehen können. Später kam dazu, dass ich eine junge Familie hatte und deshalb eine Arbeit mit flexiblen Arbeitszeiten suchte, was ich in einer Forschungsstelle erfüllt sah.

Ich beschäftige mich seit 1996 mit der Frage, warum die Insulinproduktion beim Diabetes Typ 2 versagt. Damals wurde viel über die Zell-Apoptose geforscht, also über die Tatsache, dass es auch auf Zellebene so etwas wie Selbstmord gibt. Ich wollte schauen, ob dieses Phänomen bei Diabetes nachzuweisen ist. Ich ging relativ naiv und ohne grosse Erwartungshaltung an die Arbeit, sah aber schnell, dass es auch beim Typ 2 Diabetiker zur Apoptose kommt, und zwar in den pankreatischen Beta-Zellen. Das war ein neuer Ansatz, der im Endeffekt auch Konsequenzen für die Therapie haben konnte. Ich stiess damit auf offene Ohren bei den einen, aber auch auf sehr kritische Reaktionen bei anderen Forschern, die die Idee völlig abwegig fanden. Mittlerweile ist vieles durch eine weitere Forschungsgruppe bestätigt und die klinischen Studien verlaufen sehr positiv.

Mein Arbeitsalltag sieht jeden Tag anders aus. Seit eineinhalb Jahren reise ich sehr oft. Ich halte Vorträge an diversen Kongressen und arbeite zusammen mit der Pharmaindustrie im In- und Ausland an der Implementierung meiner Therapie. Wenn ich hier bin, bespreche ich mit meinen Mitarbeitern der Forschungsgruppe, welche Patienten wir in Studien aufnehmen, die Studiendesigns und die Laborresultate. Ein nicht zu verachtender Teil meiner Arbeit besteht darin, immer wieder Geld zu beschaffen. Ich habe zwar nicht sehr viele Patienten, doch wenn diese hospitalisiert sind, dann sehe ich sie täglich. Weiter bin ich konsiliarisch tätig, und als Mitglied von drei Editorialboards mache ich Expertisen von Reviews. Daneben gehört auch die Korrespondenz mit Krankenkassen und der IV zu meinen Pflichten.

Zurzeit arbeite ich sicher viel zu viel, sicher zwölf bis vierzehn Stunden täglich, manchmal auch am Wochenende. Grundsätzlich kann ich aber meine Arbeit gut einteilen und planen. Als die Kinder noch kleiner waren, ging ich oft um 17 Uhr oder früher nach Hause, dafür kam ich manchmal schon um 4 Uhr morgens. Ich achtete darauf, effizient zu arbeiten und kam auch sehr selten am Wochenende ins Labor, um Experimente zu überprüfen. Heute habe ich eher mal Zeit für ein Schwätzchen.

Laufbahn

  • Studium in Humanmedizin
  • Postgraduate-Kurs in Experimenteller Medizin
  • Weiterbildung: FMH Innere Medizin, FMH Endokrinologie und Diabetologie
  • Forschungsaufenthalt im Ausland
  • Leitender Arzt in einem Spital

Tätigkeitsbereiche

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