Computerlinguisten und -linguistinnen analysieren die menschliche Sprache als Mittel zur Übermittlung, Speicherung und Verarbeitung von Information und versuchen, diese Prozesse auf Computern mathematisch zu modellieren.
Für Syntaxanalyseprogramme werden z. B. alle Wörter einer Sprache nach Wortart, grammatikalischen Merkmalen und Kombinationsfähigkeit formal beschrieben. Um natürliche Sprache für den Computer aufzubereiten, zerlegen und analysieren sie die jeweiligen Sätze bis in ihre kleinsten Elemente.
Computerlinguisten und -linguistinnen arbeiten auch an der Erstellung von computergestützten ein- und mehrsprachigen Lexika und Wörterbüchern, und sie programmieren Übersetzungen und Lernprogramme, wie z. B. Vokabeltrainer für Fremdsprachen. Die Erhöhung der Qualität maschineller Übersetzungen ist ein wichtiges Forschungsgebiet.
Computerlinguisten/-innen programmieren auch Systeme, welche beispielsweise aus Rohdaten den Wetterbericht oder Börsenberichte automatisch generieren. Oder sie entwickeln Kommunikationshilfen für körperbehinderte Menschen mit Sprachstörungen oder fehlendem Sprechvermögen.
Weiter programmieren sie auch elektronische Auskunftssysteme, wie z.B. die automatische Zeitansage per Telefon, Diktiermaschinen oder Vorlesesysteme. Forscher/innen befassen sich auch damit, wie Sprache rein physisch erzeugt wird. Dazu dokumentieren sie z.B. die Bewegungen von Lippen, Gaumensegel und Zunge, und beschreiben sie mittels mathematischer Gleichungen. Diese dienen dann dazu, eine naturgetreue Nachahmung der menschlichen Sprache zu produzieren - z. B. für die maschinelle Ansage auf Bahnhöfen und in Zügen. Des weiteren arbeiten sie auch an Rechtschreibprogrammen, welche auch Grammatik- und Stilkorrekturen vornehmen können, oder sie programmieren Systeme, die automatisch Zusammenfassungen von Texten erstellen.
Bis in die 80er Jahre arbeiteten Computerlinguisten/-innen vor allem in der Forschung. Heutzutage sind sie vermehrt bei Übersetzungsabteilungen, Softwarehäusern mit maschineller Sprachverarbeitung, Dokumentationszentren, wissenschaftlichen Bibliotheken und Verlagen oder auch in sprachtherapeutischen bzw. -pädagogischen Einrichtungen angestellt.


