Musikwissenschaftler/innen beschäftigen sich mit der Erforschung und Reflexion aller Aspekte von Musik. Sie sammeln, beschreiben und vergleichen musikalische Quellentexte aus allen Zeitepochen.
Teilgebiete der musikhistorischen Forschung sind etwa Instrumentenkunde, Notationskunde (Noten- und Notentextanalyse), Aufführungspraxis sowie Satz- und Formenlehre (Kontrapunkt und Harmonielehre).
In der Systematischen Musikwissenschaft erforschen sie einerseits den Klang, seine Erzeugung, seine Ausbreitung im Raum und seine Wahrnehmung durch das menschliche Ohr und befassen sich andererseits mit musikalischen Strukturen und Tonsystemen.
Sie sind in der Lage, die Phänomene der Musik im Zusammenhang mit historischen, soziologischen, philosophischen oder ästhetischen Aspekten zu verstehen.
Sie erforschen Einsatz und Wirkungen der Musik in Pädagogik, Medizin und Therapie.
In der Musikethnologie erkunden sie Musikformen wie populäre und Kunstmusik, Musik in verschiedenen Kontexten (Urbanität, Jugendkulturen, Migration, Religion, Film, Tanz) oder Formen des Jazz und der Rockmusik - in Europa und weltweit.
In der angewandten Musikwissenschaft befassen sie sich mit Musikkritik, Musikberichterstattung, Musiklehre und -unterricht sowie Instrumentenbau.
Musikwissenschafter/innen sind gemäss ihrem Gegenstand - der Musik und ihrer ganzheitlichen Wirkung auf den Menschen - auch sehr interdisziplinär ausgerichtet (Medizin, Informatik, Mathematik und Physik, Psychologie, Sport, Sprachwissenschaft u. a.).
Ihre Kernkompetenzen: Sie können Musik unterschiedlicher Stile und Epochen analysieren und sachgerecht interpretieren; sie beherrschen die Methoden der Musikwissenschaft, kennen Beziehungen zwischen Sprache/Literatur und Bildenden Künsten in Vergangenheit und Gegenwart, kennen Möglichkeiten fächerübergreifenden Arbeitens und können entsprechende Konzepte entwickeln. Sie verfügen über Kompetenzen im Umgang mit neuen Medien.
Musikwissenschafter/innen arbeiten als Lehrer/innen an Mittelschulen, als Dozierende an Fachhochschulen, Konservatorien und Universitäten, als Mitarbeitende an wissenschaftlichen Instituten, Theatern und Opernhäusern, als Geschäftsführer/innen von Orchestern, in der Organisation von Konzerten und in der Redaktion der Programmhefte, als Musikkritiker/innen bei Zeitungen und anderen Medien, als Musikredaktoren/-innen bei Radio und Fernsehen sowie als Herausgebende von Noten bei Musikverlagen.


