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Natur- und Umweltfachmann/-frau (BP)

Tätigkeiten

Natur- und Umweltfachleute übernehmen vielfältige Aufgaben im Natur-, Landschafts- und Umweltschutz sowie in der nachhaltigen Entwicklung. Sie koordinieren und begleiten Projekte, wirken im Gesetzesvollzug mit und sind in der Beratung und Öffentlichkeitsarbeit tätig.
Natur- und Umweltfachleute sind praxisbezogene Allrounder/innen mit Wissen in den verschiedenen Teilgebieten des Natur- und Umweltschutzes. Sie kennen die entsprechenden rechtlichen Grundlagen, die politischen sowie behördlichen Entscheidungswege und die verschiedenen Akteure und Netzwerke. Dies ermöglicht es ihnen, auf Fachstellen, in Ämtern, Umweltinstitutionen und Betrieben Projektleitungs-, Koordinations-, Beratungs- und Umsetzungsaufgaben zu übernehmen. Meistens arbeiten sie an der Nahtstelle zwischen Entscheidungsträger/in und Spezialist/in und betreuen umfassend ein ganzes Themengebiet.
Inhaltlich haben Natur- und Umweltfachleute mit ganz verschiedenen Themen zu tun: Sie befassen sich z.B. mit Abfallentsorgung, Lufthygiene, Gewässerschutz, betrieblichem Umweltschutz, Energiepolitik, Gemeindeentwicklung, Raum- und Siedlungsplanung, Naturschutzmassnahmen, Land- und Forstwirtschaft usw.
In ihrem jeweiligen beruflichen Umfeld sind sie zuständig für Fragen rund um die nachhaltige Entwicklung und das Umweltressourcen-Management. Natur- und Umweltfachleute beschaffen diesbezügliche Informationen und bereiten diese auf. Sie verstehen die fachspezifische Terminologie in ihrem Berufsumfeld und wissen, welche Fachleute bzw. Gesetzesgrundlagen sie für welche Problemstellung konsultieren müssen. Mit Hilfe vorhandener Daten erarbeiten sie Lösungsvorschläge und Entscheidungsgrundlagen.
Natur- und Umweltfachleute setzen Umweltkonzepte selber in die Praxis um oder vergeben entsprechende Aufträge, die sie beaufsichtigen und auswerten. Beispielsweise begleiten und beraten sie Betriebe bei ökologischen Auflagen oder beurteilen Umweltverträglichkeitsprüfungen und Stoffflussanalysen. Tätig sind sie auch in der Verwaltung und Pflege von Naturschutzgebieten.
Ein wichtiger Aufgabenbereich von Natur- und Umweltfachleuten liegt häufig in der Öffentlichkeitsarbeit. Sie erstellen z.B. Informationsmittel wie Broschüren und sind in ihrem Zuständigkeitsbereich Ansprechpersonen für Fachleute, Medien, Mitarbeitende und Anfragen aus der Bevölkerung. Teilweise führen sie auch Schulungen durch oder leiten Informationsveranstaltungen und Exkursionen.

Ausbildung

Grundlage
Eidg. genehmigtes Reglement vom 1.5.2003
Prüfungsvorbereitung
Die für die Prüfung erforderlichen Qualifikationen werden in der Regel in Form eines Lehrgangs erworben. Reglement und Wegleitung sind bei sanu erhältlich.
Bildungsangebote
Lehrgang von sanu in Biel
Dauer
1½ Jahre, berufsbegleitend (insgesamt 72 Kurstage in Modulen von 2-3 Tagen)
Ausbildungskonzept/-inhalte
Thematische Basisblöcke:
- Nachhaltige Entwicklung (z.B. Ökologie, Gesellschaft, Wirtschaft, Nachhaltigkeitsmanagement)
- Projektmanagement (z.B. Projektmanagement und Netzwerk, Mandate, Verhandeln und Konfliktmanagement)
- Natur und Landschaft (z.B. Landwirtschaft, Wald und Forst, Tourismus)
- Umweltressourcen (z.B. Wasser, Boden, Luft und Klima)
Hinzu kommen ein Vertiefungsmodul (im Bereich Mobilität, Energie, Gesundheit oder Bauen) sowie eine Projektarbeit im Betrieb und Coaching.
Abschluss
"Natur- und Umweltfachmann/-frau mit eidg. Fachausweis"

Voraussetzungen

Bei Prüfungsantritt erforderlich:
- abgeschlossene berufliche Grundbildung oder eidg. anerkannte Matura oder gleichwertige Ausbildung
und
- 2 Jahre Berufspraxis im Bereich Natur und Umwelt (der vollständig besuchte Lehrgang wird als halbes Jahr Berufspraxis angerechnet)

Weiterbildung

Kurse
Angebote der sanu, des Bildungszentrums WWF, von Pro Natura, der Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch und von weiteren Institutionen im Natur- und Umweltbereich
Fachhochschule
Bei entsprechender schulischer Vorbildung, z.B. Bachelor of Science (FH) in Umweltingenieurwesen

Berufsverhältnisse

Natur- und Umweltfachleute arbeiten vor allem bei kantonalen oder kommunalen Naturschutz- und Umweltfachstellen, bei Umweltorganisationen oder in der Privatwirtschaft, z.B. in Industriebetrieben, Beratungs- und Ingenieurbüros. Viele verbleiben im angestammten Beruf und erweitern dort ihren Aufgabenbereich.
Die Arbeitsmarktsituation variiert je nach Wirkungsfeld. In den nächsten Jahren wird eine allgemeine Zunahme von Arbeitsplätzen im Umweltsektor erwartet, z.B. in den Bereichen erneuerbare Energien, naturnaher Tourismus, Umweltbildung und Minergie-Bau.
Weil das Stellenangebot dennoch beschränkt und die Konkurrenz gross ist, ist ein intaktes Beziehungsnetz im Natur- und Umweltbereich von Vorteil.

Weitere Informationen

sanu
Dufourstr. 18
Postfach 3126
2500 Biel 3
Tel: 032 322 14 33
www.sanu.ch
Fachzeitschriften:
BAFU-Magazin "Umwelt"
"Umwelttechnik Schweiz"
"Umwelt Perspektiven"
http://www.sanu.ch

Verwandte Berufe

Umweltberater/in (BP)

Tätigkeitsbereiche

Umwelt
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Quelle : BIZ-BERUFSINFO, © SDBB Bern / Laufbahnzentrum (LBZ) Zürich
Info und Kontakt Redaktion: www.biz-berufsinfo.ch
Natur- und Umweltfachmann Natur- und Umweltfachfrau
Berufsinformation drucken
(BIZ-BERUFSINFO, PDF)
 
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