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Unistudium und Berufsmöglichkeiten
Kriminalwissenschaften

Berufsmöglichkeiten nach einem Studium der Kriminalwissenschaften

Kriminalistinnen und Kriminalisten klären mit wissenschaftlichen und technischen Methoden Verbrechen auf. Sie arbeiten bei den wissenschaftlichen oder kriminaltechnischen Diensten der Polizei, bei Untersuchungsbehörden und zum Teil auch bei Versicherungen oder Banken. Kriminologinnen und Kriminologen untersuchen gesellschaftliche Phänomene der Kriminalität und befassen sich mit strafrechtlichen Aspekten von kriminellen Taten.
 

Kriminalistik

Kriminalistinnen, Kriminalisten arbeiten mit technischen und naturwissenschaftlichen Methoden, die in den polizeilichen Untersuchungen gebraucht werden, um festzustellen, ob ein Verbrechen vorliegt. Sie wirken mit, wenn es darum geht, die Identität des Täters oder der Täterin zu bestimmen und Details zum Tathergang herauszufinden. Die Arbeit als Kriminalwissenschaftler/in erfordert ein grosses Interesse an Naturwissenschaften und Technik, analytisches Denkvermögen und einen scharfen Beobachtungssinn. Zu den Voraussetzungen für die Berufstätigkeit gehören ausserdem eine integre Persönlichkeit, eine hohe Belastbarkeit, fast immer auch Organisations- und Führungsqualitäten.
 

Arbeitsalltag hat wenig mit Tatortkrimi zu tun

Wenig Spektakel, dafür viel minutiöse Arbeit und langwierige Recherchen charakterisieren den Arbeitsalltag. Auf dem Schreibtisch von Kriminalwissenschaftler/innen landen Verträge, Urkunden oder Testamente, anonyme Erpresserbriefe oder Ausweispapiere, deren Echtheit zu überprüfen ist. Manche Fälschungen sind für das geschulte Fachpersonal schon von blossem Auge erkennbar. Für die anderen Fälle steht eine ganze Reihe von technischen Apparaten zur Verfügung: Binoku-larmikroskope, Rasterelektronenmikroskope, Dokumenten-Video-Scanner usw. Nebst Schreibtischarbeit werden auch Spurensicherungen an Tatorten, v.a. nach Einbrüchen und Unfällen, vorgenommen. Es werden organische Spuren von Körperflüssigkeiten wie Speichel und Blut gesichert, aber auch Abdrücke von Fingern, Füssen, Ohren abgenommen. Je nach Tat, werden auch Spuren von Fahrzeugen gesichert, wie z.B. Lack- und Glassplitter und natürlich auch Reifenabdrücke. Anschliessend werden die Spuren im Labor mit Hilfe verschiedener Methoden ausgewertet und Fotodokumentationen erstellt. Mit Hilfe von Datenbanken wird nach bereits dokumentierten ähnlichen Vorgehensweisen gesucht und verglichen, ob die Täterschaft schon registriert ist. Für die Aufklärung von Verbrechen immer wichtiger wird die DNA-Analyse. Häufig kann die Täterschaft damit eindeutig identifiziert werden.
 

Arbeit auch ausserhalb der Polizeiämter

Die Absolventinnen und Absolventen der Kriminalwissenschaften der Universität Lausanne sind zu etwa 40 Prozent bei den wissenschaftlichen oder kriminaltechnischen Diensten der Polizeiämter angestellt, zu 20 Prozent arbeiten sie in der öffentlichen Verwaltung und bei Untersuchungsbehörden und zu 40 Prozent in der Privatindustrie, zum Beispiel bei Versicherungen oder Banken. Je nach absolviertem Masterstudium und Spezialisierungen arbeiten die Kriminalist/innen z.B. in spezialisierten Labors aber auch bei Bundesbehörden, wie z.B. bei der Bundespolizei. Ein wichtiges Arbeitsfeld ist auch die Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität.
 

Kriminologie

Kriminologinnen, Kriminologen untersuchen die Hintergründe eines Verbrechens Zu ihren Tätigkeitsgebieten gehören die Erforschung des Verbrechens und der Täterpersönlichkeit, Studien zum Strafvollzug, Wirtschaftkriminalität, Analysen der Jugendstraffälligkeit, der Formen von Gewalt oder auch zum strafbaren Verhalten im Strassenverkehr. Immer mehr beschäftigen sich Kriminologinnen und Kriminologen auch mit den Opfern eines Verbrechens. Dieser Bereich wird Viktimologie genannt und gilt als Teilgebiet der Kriminologie. Da Kriminologie nur in Verbindung mit Rechtswissenschaft (Masterstudium-Vertiefung Uni Bern), als Masterstudium Criminologie (Uni Lausanne) oder als Nebenfach für Psychologie-Studierende im Bachelor-Studium (Uni Bern) studiert werden kann, sind Kriminologinnen und Kriminologen in ihrem Hauptfachgebiet tätig: z.B. Psychologie-Absolvent/innen beraten Opfer; Soziologen und Soziologinnen forschen im Bereich Jugendkriminalität, interpretieren Kriminalstatistiken; Rechtswissenschaftler/innen erarbeiten Grundlagen für politische Entscheidungen in Bezug auf Gesetzgebungen (Kriminalpolitik).
 

Weitere Berufsmöglichkeiten siehe auch unter:
Sicherheit
Rechtspflege

 

Tätigkeitsspektrum

Hier finden Sie eine Auswahl von Berufs- und Tätigkeitsbeschreibungen aus dieser Branche, in denen Uni-Absolventinnen und -Absolventen arbeiten.
Dozent/in (Universität)Hochschulassistent/inKriminalwissenschaftler/inWissenschaftliche/r Mitarbeiter/in

Porträts

Als Jurist Chef der KriminalpolizeiWissenschaftliche Mitarbeiterin im kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei

Verwandte Studienrichtungen

Rechtswissenschaft
 
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