Wer andere für sein Fachwissen motivieren, Interesse am Lernen wecken und Jugendliche auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben begleiten will, ist im Lehrerberuf auf der Sekundarstufe II am richtigen Platz. Vielseitige Kontakte, mit Schülerinnen und Schülern, den Eltern, im Lehrerkollegium und mit Behörden gehören zum Alltag. Eine fundierte fachwissenschaftliche und pädagogisch-didaktische Ausbildung, soziale Kompetenz, Belastbarkeit und Optimismus sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Berufslaufbahn.
Lehrpersonen an Maturitätsschulen
Mittelschul- und Gymnasiallehrer/innen haben neben oder nach einem fachwissenschaftlichen Studium eine zusätzliche praktische und theoretische Ausbildung in Didaktik, Psychologie und Pädagogik abgeschlossen. Je nach Ausbildungsinstitution nennt sich dieser Abschluss «Höheres Lehramt», «Lehrdiplom Sekundarstufe II» oder «Master of Advanced Studies in Secondary and Higher Education (MAS SHE)». Neu gibt es den Titel «dipl. Lehrer/in für Maturitätsschulen», der gesamtschweizerisch anerkannt ist.
Die fachwissenschaftliche Ausbildung umfasst ein oder zwei Schulfächer, in denen die Lehrperson später unterrichtet. Gewählt werden können z.B. Sprachen, von Griechisch über Latein bis zu den modernen Sprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Russisch und Spanisch), exakte und naturwissenschaftliche Fächer (Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Geografie), sozialwissenschaftliche Fächer (Pädagogik und Psychologie), Geschichte, Philosophie, Wirtschaft und Recht.
So genannte Monofächer sind Musik und Bildnerisches Gestalten. Dafür benötigt man spezifische Ausbildungen an einer Musikhochschule bzw. an einer Hochschule für Gestaltung. Für das Lehrdiplom in den Fächern Wirtschaft und Recht (ehemals Handelslehrer/in) gibt es besondere Auflagen: Die Fächerkombination ist vorgeschrieben und die pädagogisch-didaktische Ausbildung beginnt bereits parallel zum Fachstudium.
Unterrichten an verschiedenen Schulen
Lehrkräfte für Maturitätsschulen können nicht nur an Gymnasien, sondern auch an Berufs- und Fachmaturitätsschulen, an Fach-, Informatik- und Wirtschaftsmittelschulen, Kaufmännischen Berufsfachschulen, Höheren Fachschulen oder in der Erwachsenenbildung unterrichten.
Alternativen zum Unterrichten
Da Mittelschullehrpersonen in ihren Fächern einen wissenschaftlichen Abschluss vorweisen, stehen ihnen ebenso die Berufsmöglichkeiten ihrer Fachgebiete offen. Ihre pädagogisch-didaktischen Fähigkeiten lassen sich auch in anderen Bereichen einsetzen, z.B. in PR und Öffentlichkeitsarbeit.
Quereinstieg
Lehrerin / Lehrer werden als Zweitausbildung ist für manche erfahrene Berufsleute ein lange gehegter Traum. Im 2012 hat die EDK, die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, die reglementarische Grundlage geschaffen, die es Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern ermöglicht, ein gesamtschweizerisch anerkanntes Diplom zu erwerben. Weitere Informationen zu dieser Möglichkeit sind auf der Website der EDK zu finden
Breites Aufgabenspektrum
Das Aufgabenspektrum von Lehrerinnen und Lehrern ist breit: Klassenunterricht, Bezugsperson sein für die Schülerinnen und Schüler, Zusammenarbeit im Kollegium, mit Eltern und Schulbehörden, Weiterentwicklung der Unterrichtsmethoden, Organisation und Durchführung von Schulanlässen und Projektwochen, Betreuen von Maturarbeiten, schulinterne Aufgaben in der Bildungsplanung und Schulentwicklung sowie die eigene fachliche Weiterbildung.
Berufsfachschullehrer/in
Berufsfachschullehrer/innen unterrichten an kaufmännischen, gewerblich-industriellen, land- und forstwirtschaftlichen Berufsfachschulen sowie an Berufsfachschulen im Gesundheitsbereich.
Man unterscheidet zwischen Berufsfachschullehrern/-innen für Berufskunde und Berufsfachschullehrern/-/innen für Allgemeinbildung.
Berufskundliche Fächer werden von Fachleuten mit dem höchsten berufsfeldbezogenen Abschluss (Höhere Fachprüfung, Höhere Fachschule oder Fachhochschule) unterrichtet. Fächer der allgemeinbildenden Richtung unterrichten Lehrpersonen mit einem universitären Hochschulabschluss. Der allgemein bildende Unterricht an Berufsfachschulen umfasst die Lernbereiche Sprache / Kommunikation und Gesellschaft. Alltagsnah und interdisziplinär werden darin Aspekte wie Arbeit und Ausbildung, Ethik, Identität und Sozialisation, Kultur, Ökologie, Geschichte und Politik, Recht, Technologie und Wirtschaft behandelt – themenorientiert, fächerübergreifend und mit ganzheitlichem Ansatz. Von zentraler Bedeutung ist die Ausrichtung auf die Berufspraxis.
Für alle Berufsfachschullehrerinnen und -lehrer gilt, dass sie eine Zusatzausbildung vorweisen müssen, welche ihre Erstausbildung um berufspädagogisch-didaktische Kompetenzen ergänzt. Diese kann am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) in Zollikofen/BE, an der PH Zürich, Abteilung Sekundarstufe II / Berufsbildung (PHZH) oder an der Pädagogische Hochschule des Kt. St. Gallen (PHSG ) absolviert werden. Die anderen PH, sowie die Universität Freiburg bieten in Zusammenarbeit mit dem EHB die Möglichkeit, das Lehrdiplom für Maturitätsschulen mit integrierter berufspädagogischer Qualifikation zu erwerben. Weitere Informationen finden sich auf denr Websites der entsprechenden Ausbildungsinstitution (z.B. Website der PHBern).
An fast allen Schulen mit Berufs- und Fachmaturitätsausbildungen können auch Lehrpersonen mit einem Abschluss für die Sekundarstufe II unterrichten. Insbesondere gilt dies für Lehrerinnen und Lehrer für Wirtschaft und Recht an kaufmännischen Berufsfachschulen. Ansonsten benötigen Personen mit einer Lehrbefähigung für Maturitätsschulen – sofern sie über die Empfehlung einer Berufsmaturitäts- oder Berufsfachschule verfügen – eine berufspädagogische Zusatzqualifikation, um eine Lehrbefähigung für Berufsfachschulen zu erhalten.
Oft ein Zweitberuf
Nicht selten ist Berufsfachschullehrer/in ein Zweitberuf. Meist sind die Lehrpersonen zunächst nebenamtlich an einer Berufsfachschule tätig und bilden sich mit dem Ausbau ihres Pensums entsprechend weiter.
Weitere Berufsmöglichkeiten siehe auch unter:
Bildung und Unterricht
Hier finden Sie eine Auswahl von Berufs- und Tätigkeitsbeschreibungen aus dieser Branche, in denen Uni-Absolventinnen und -Absolventen arbeiten.