Psychologie als die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen ist sozial- und verhaltenswissenschaftlich orientiert und verbindet theoretische Aussagen mit empirischen Analysen.
Die Allgemeine Psychologie behandelt kognitive Leistungen der Wahrnehmung, des Gedächtnisses, des Denkens und Entscheidens, des Sprechens und Sprachverstehens, aber auch Fragen der Emotion, Motivation und Handlungssteuerung. Ziel ist die Entwicklung von systematischen Beschreibungen und von Struktur- und Prozessmodellen, die Menschen in Form allgemeiner Gesetzmässigkeiten charakterisieren.
Die Entwicklungspsychologie untersucht Bedingungen für die Veränderung und Stabilisierung des Verhaltens und Erlebens über die gesamte Lebensspanne (Intrauterine Zeit, Säuglingsalter, Kindheit, Jugendalter, Erwachsenenalter, Alter).
Die Persönlichkeitspsychologie legt besonderes Augenmerk auf alle eine Person charakterisierenden Eigenschaften, die für ein konsistentes Muster im Fühlen, Denken und Handeln ausschlaggebend sind.
Die Klinische Psychologie beschäftigt sich mit der Phänomenologie, Ätiologie und Therapie psychischer Störungen sowie mit den psychischen Aspekten körperlicher Krankheiten. Ziel ist es, diese Phänomene zu beschreiben und zu erklären (Pathopsychologie und klinische Psychodiagnostik), ihr Auftreten zu verhindern oder zu behandeln (Prävention, Intervention und Therapie) und ihre Zusammenhänge mit ökologischen, soziokulturellen oder institutionellen Rahmenbedingungen aufzuklären und zu beeinflussen.
Die Sozial- und Wirtschaftspsychologie interessiert sich für die kognitiven, affektiven und motivationalen Prozesse beim Urteilen, Entscheiden und Verhalten, insbesondere im Kontext der Konsumforschung und der Werbepsychologie.
Schwerpunkt der Lehre und Forschung
Das Basler Forschungsprofil ist durch Schwerpunkte auf den Gebieten der menschlichen Entwicklung und psychischen Gesundheit, der sozialen Kognition und Entscheidungsforschung sowie der Neurowissenschaften gekennzeichnet.
Gegenwärtig sind über 900 Psychologie-Studierende eingeschrieben.
Die Fakultät für Psychologie besteht aus den Abteilungen: Allgemeine Psychologie und Methodologie Cognitive and Decision Sciences Economic Psychology
Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie Klinische Kinder- und Jugendpsychologie Klinische Psychologie und Psychotherapie Molecular Psychology Social and Affective Neuroscience
Sozial- und Wirtschaftspsychologie.
Die Bewertung der erbrachten Studienleistungen erfolgt nach dem europäischen Kreditpunktesystem (ECTS). Pro Semester können 30 Kreditpunkte (KP) erworben werden.
Die zeitliche Belastung beläuft sich auf mindestens 14 Veranstaltungsstunden pro Woche (im Vollzeitstudium).
Studienplan
Der Bachelorstudiengang umfasst:
a) das Modul Propädeutikum (48 KP
b) weitere Module des Studiengangs (77–98 KP)
c) ein Berufs- oder Forschungspraktikum (10 KP)
d) die Teilnahme an psychologischen Untersuchungen (1 KP)
e) die Bachelorarbeit (8 KP) und
f) einen ausserfakultären Wahlbereich (15–36 KP).
Das Propädeutikum besteht aus:
Einführung: Geschichte der Psychologie, Lernen (7KP)
Forschungsmethoden und Statistik I und II (12 KP)
Kognitionspsychologie I und II (8 KP)
Biologische Grundlagen I und II (8 KP)
Sozialpsychologie I (4 KP)
Entwicklungspsychologie I und II (8 KP)
Klinische Psychologie I und II (8 KP).
Die Methodologie-Ausbildung umfasst:
Forschungsmethoden und Statistik III (4 KP)
Forschungsethik (3 KP)
Testtheorie und -konstruktion (3 KP)
Diagnostische Übungen (4 KP)
Empirisches Projektseminar I und II (8 KP).
Module zu Grundlagen und Anwendungen sind: Klinische Psychologie und Psychotherapie (3 KP)
Wirtschaftspsychologie (3 KP)
Klinische Kinder- und Jugendpsychologie (3 KP).
Praktische Grundkompetenzen werden vermittelt in der Teilnahme an der Vorlesung und am Seminar zur Psychologischen Diagnostik (9 KP) und als Versuchsperson in Untersuchungen.
Darüber hinaus sind Berufspraktika (10 KP) unter fachlicher Supervision obligatorisch (mindestens je 8 Wochen im Bachelor- und im Masterstudium).
Hinzu kommt ein ausserfakultärer Wahlbereich (15 bis 36 KP) und die Bachelorarbeit (8 KP).
Der Grad eines „Bachelor of Science in Psychologie“ bedeutet weder eine Berufsqualifikation noch berechtigt er zur Zulassung für postgraduale Weiterbildungsprogramme.
Leistungskontrollen, Prüfungen
Der Bachelorgrad wird kumulativ erworben durch studienbegleitend zu erbringende Leistungen, die Bachelorarbeit und - prüfung.
Neben den Pflichtveranstaltungen aus den zentralen psychologischen Bereichen sind insgesamt 15 bis 36 Kreditpunkte aus dem ausserfakultären Wahlbereich anrechenbar.
Nach erfolgreichem Abschluss des Bachelorstudiums kann ein Masterstudium mit folgenden Vertiefungen begonnen werden:
Persönlichkeits- und Entwicklungspsychologie
Klinische Psychologie und Neurowissenschaften
Sozial-, Wirtschafts- und Entscheidungspsychologie.
Doktorat Ein Promotionsstudium kann nach dem MSc aufgenommen werden; es dauert 4 - 6 Semester und wird als Forschungsprojekt geplant. Nach Annahme der Dissertation folgt eine mündliche Doktoratsprüfung von 90 Minuten Dauer.
Weiterbildung Zurzeit ist die Berufsbezeichnung "Psychologe/Psychologin" in der Schweiz noch ungeschützt. Bestimmte Berufs- und Fachverbände setzen jedoch Standards für Zusatzausbildungen, die zur Führung z. B. des FSP-Fachtitels für Laufbahn- und Personalpsychologie bzw. für Psychotherapie berechtigen.
Psychotherapie Für die Praxisbewilligung in nichtärztlicher selbständiger Psychotherapie verordnen die meisten Kantone (u. a. BS/BL) eine ausseruniversitäre Zusatzausbildung in anerkannten Therapieverfahren.
Master of Advanced Studies MAS
Der MAS in Psychotherapie mit kognitiv-behavioralem Schwerpunkt richtet sich an berufstätige Pscholog/inn/en mit einem Hochschulabschluss (Lizentiat, Master, Diplom). Er dauert vier Jahre und kostet insgesamt CHF 26'800.- (Nicht darin enthalten sind ca. CHF 24'000.- für Supervision und Selbsterfahrung). www.psycho.unibas/psp
Der MAS in Developmental Diagnostics and Psychological Counseling ist gedacht für berufstätige PsychologInnen mit einem Hochschulabschluss (Master; Lizentiat; Diplom); es orientiert sich an den Problemstellungen mit Schwerpunkten in der Schulpsychologie, der Erziehungs- und Entwicklungsdiagnostik sowie -beratung. Dauer: vier bis sechs Semester; Kosten ca. CHF 19'850.- www.mas-ddpc.unibas.ch
Der MAS in Cognitive-Behavioral and Interpersonal Studies wird vom Klaus-Grawe-Institut für Psychologische Therapie in Zusammenarbeit mit der Universität Basel angeboten. Kursort ist Zürich. Die berufsbegleitende Weiterbildung dauert vier Jahre und beginnt jedes Jahr im Frühling. Sie setzt einen universitären Abschluss in Psychologie voraus. www.klaus-grawe-institut.ch
Der MAS in Behavioural Psychotherapy with Children and Adolescents vermittelt praktizierenden Psycholog/inn/en mit Hochschulabschluss präventive und therapeutische Kompetenzen im Umgang mit psychischen Problemen von Kindern und Jugendlichen. Er wird in Zusammenarbeit mit den Universitäten Freiburg, Bern und Zürich angeboten. www.avkj.ch
Der MAS in Human Computer Interaction Design vermittelt interdisziplinäres Wissen im Bereich Human Computer Interaction Design (Mensch, Technologie und Design). Er wird gemeinsam mit der HSR Hochschule für Technik Rapperswil getragen und richtet sich an Psychologen/innen, Informatiker/innen und Designer/innen mit abgeschlossenem Hochschulstudium (Universität oder Fachhochschule) sowie einer mindestens einjährigen einschlägigen Berufserfahrung www.hcid.ch
Schweizerische bzw. schweizerisch anerkannte Matur
Inhaberinnen und Inhaber weiterer Ausweise (schweizerische oder ausländische) wenden sich mit ihren Fragen zur Zulassung direkt an das Studiensekretariat.
Verbindliche Information: www.unibas.ch/zulassung
Zulassung mit ausländischem Abschluss
Studienbewerber/innen aus Deutschland müssen einen aktuellen Studienplatznachweis für Psychologie an einer anerkannten deutschen Universität einreichen.
Die Formulare (Gebühr von CHF 100.--) können ausgedruckt werden unter: www.unibas.ch
Anmeldeschluss ist für das Frühjahrssemester der 30. November und das Herbstsemester der 30. April.
Immatrikulation
Ein Informationsblatt mit genauen Angaben über Ort, Zeit, erforderliche Unterlagen usw. wird mit dem Zulassungsentscheid verschickt.
Die Anmeldegebühr von CHF 100.- wird nicht rückerstattet, falls das Studium nicht aufgenommen wird.
Begründete verspätete Anmeldungen erfordern eine Zusatzgebühr von CHF 150.-
Semestergebühren
Pro Semester (auch für Prüfungssemester) ist eine Pauschale von CHF 700.- (+ CHF 10.- freiwilliger Beitrag für die Studierendenschaft skuba) einzuzahlen.
Hinzu kommen je nach Fachrichtung noch Auslagen für Studienliteratur sowie Lebenshaltungskosten.
Finanzierungshilfen
Gesuche um Stipendien und Studiendarlehen sind an das Amt für Ausbildungsbeiträge des Kantons zu richten, in welchem die Eltern ihren steuerrechtlichen Wohnsitz haben.
Der Basler Studienführer ist 2009 in 13. Auflage erschienen und in der Studienberatung erhältlich.
Studienfachberatung
Nach telefonischer oder elektronischer Anmeldung können alle Fragen zum Studieninhalt und zur Studiengestaltung persönlich besprochen werden mit:
Michelle Guiglia-Barmet
Tel. + 41 (0)61 267 06 07 oder
Tag der offenen Tür
Im Januar findet ein Infotag für Schulklassen statt.
Reglemente und Studienführer der Fakultät
Ordnung für die Bachelor- und Masterstudiengänge an der Fakultät für Psychologie der der Universität Basel vom Dezember 2008
Studienplan für den Masterstudiengang Psychologie vom Februar 2009 in der Vertiefungsrichtung:
- Klinische Psychologie und Neurowissenschaften
- Persönlichkeits- und Entwicklungspsychologie
- Wirtschafts-, Sozial- und Entscheidungspsychologie
Wegleitung für das Bachelor- und Masterstudium Psychologie (in Bearbeitung)
Promotionsordnung der Fakultät für Psychologie der Universität Basel vom 31. März 2003
Redaktion: Studienberatung Basel.
Bearbeitet von Maria Berger-Coenen in Zusammenarbeit mit Michelle Guiglia-Barmet, der Studienberaterin im Studiendekanat der Fakultät für Psychologie, Februar 2010.