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Berufe und Ausbildungen
Beruf: Berater/in im ländlichen Raum (HFP)
Berater im ländlichen Raum Beraterin im ländlichen Raum

Tätigkeiten

Berater/innen im ländlichen Raum unterstützen bäuerliche Betriebe, Haushalte und Organisationen in ihrer wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Sie beraten Bauernfamilien, fördern die regionale Zusammenarbeit und organisieren Anlässe.
Ausgelöst durch veränderte Rahmenbedingungen wie Globalisierung, Marktöffnung oder Klimawandel, befindet sich die Landwirtschaft in einem tief greifenden Strukturwandel, der von Bauernbetrieben Anpassungen verlangt. Berater/innen im ländlichen Raum begleiten Bauernfamilien und Organisationen bei diesem Prozess. Mit ihrem Fachwissen und ihrer Beratungskompetenz helfen sie den Ratsuchenden, ihre soziale Stellung zu verbessern, den Betrieb wirtschaftlich zu führen und so ihre Marktfähigkeit zu sichern.
Berater/innen im ländlichen Raum arbeiten meist im Auftrag von öffentlichen Beratungsdiensten, z.T. auch für private Beratungsstellen. Sie führen Einzelberatungen durch, leiten thematische Gruppen, betreuen Koordinationsplattformen und organisieren Informations- oder Bildungsangebote. Sie leiten oder begleiten Projekte, z.B. zur Förderung regionaler Produkte oder erneuerbarer Energien. Immer wichtiger wird die Vernetzung der verschiedenen Akteure im ländlichen Raum. Die Berater/innen stellen Kontakte her und ermöglichen den Wissens- und Erfahrungsaustausch.
Bei der Begleitung von Bauernfamilien und -unternehmen befassen sich Berater/innen im ländlichen Raum mit unterschiedlichen Themen. Sie erstellen Berechnungen sowie Budgets und beraten Bauernbetriebe bei der Investitionsplanung, bei rechtlichen, finanziellen und sozialen Fragen wie Hofnachfolge oder Nebenerwerb. Im fachlichen Bereich geht es beispielsweise um die Optimierung der Produktionsmittel, die Produktegestaltung, die Vermarktungs- und Absatzmöglichkeiten oder die Tiergesundheit.
Berater/innen im ländlichen Raum beschaffen die nötigen Informationen und vermitteln sie den Ratsuchenden weiter. Dort, wo es sinnvoll ist, fördern sie die Zusammenarbeit der Betriebe, z.B. bei Gemeinschaftseinrichtungen (Maschinenparks, Ställe etc.) oder bei der branchenübergreifenden Produktevermarktung und bei der Einführung von Infrastrukturen oder Labels. Zu ihren Aufgaben kann ausserdem die Unterstützung beim Ausstieg aus der Landwirtschaft und bei der Suche nach Alternativen gehören.
Berater/innen im ländlichen Raum arbeiten eng mit Kantonen, Organisationen, Ämtern, Fachleuten und Forschungsanstalten zusammen. Sie halten sich auf dem Laufenden über Entwicklungen in der Agrarwirtschaft und erheben teilweise auch selber Daten.

Ausbildung

Grundlage
Eidg. genehmigte Prüfungsordnung vom 29.6.2006
Prüfungsvorbereitung
Die für die Prüfung erforderlichen Qualifikationen werden in der Regel in Form von Modulen erworben. Prüfungsordnung und Wegleitung sind bei Agridea erhältlich.
Bildungsangebote
Agridea Lindau und Lausanne bieten Module an.
Dauer
Mind. 3 Jahre, berufsbegleitend (7 Module im Umfang von je zwischen 60 und 120 Lernstunden)
Ausbildungskonzept/-inhalte
5 Pflichtmodule
- Informationen verarbeiten und zur Verfügung stellen
- mündlich und schriftlich sicher kommunizieren
- Veranstaltungen mit Erwachsenen moderieren und leiten
- Beratungsgespräche führen
- persönliches Beratungsverständnis entwickeln und darlegen
Hinzu kommen 2 Wahlmodule (je nach Modulwahl kann dabei das "SVEB-Zertifikat 1" in Erwachsenenbildung erworben werden).
Jedes Modul wird mit einer Lernzielkontrolle abgeschlossen, die 5 Jahre lang gültig ist.
Abschluss
Eidg. anerkannter Titel "Dipl. Berater/in im ländlichen Raum"

Voraussetzungen

Bei Prüfungsantritt erforderlich:
- Abschluss einer Universität, Fachhochschule, Höheren Fachschule oder Höheren Fachprüfung oder gleichwertige Qualifikation auf dem Gebiet, in dem der oder die Beratende tätig ist
und
- mind. 3 Jahre Berufspraxis mit einem Pensum von mind. 50% in der Beratung im ländlichen Raum
und
- erforderliche Modulabschlüsse oder Gleichwertigkeitsbestätigungen
und
- Diplomarbeit

Weiterbildung

Kurse
Angebote von Agridea, von der Schweiz. Hochschule für Landwirtschaft und weiteren Fachhochschulen, von der Internationalen Akademie land- und hauswirtschaftlicher Beraterinnen und Berater IALB und von Institutionen der Bereiche Agrarwirtschaft und Erwachsenenbildung
Europäisches Zertifikat
Certificate for European Consultants in Rural Areas (CECRA) (zurzeit in Pilotphase), Zertifikat der Internationalen Akademie land- und hauswirtschaftlicher Beraterinnen und Berater IALB
Fachhochschule
z.B. Bachelor of Science (FH) in Landwirtschaft, in Facility Management oder in Umweltingenieurwesen
Nachdiplomstufe
Angebote von Fachhochschulen und Universitäten in Bereichen wie Bildungsmanagement, Betriebswirtschaft, Personalmanagement, Supervision, Ökologie, Facility Management, Organisationsentwicklung usw.

Berufsverhältnisse

Berater/innen im ländlichen Raum arbeiten bei den land- und hauswirtschaftlichen Beratungsdiensten der Kantone, in den sprachregionalen Beratungszentralen der Agridea, für Berufsbildungs- und Fachorganisationen, Regionalverbände und private Beratungsanbieter.
Sie betreuen allein oder im Team eine Region oder spezialisieren sich auf ein Fachgebiet. Möglich ist auch eine Tätigkeit als selbstständige/r Berater/in oder als Lehrperson an einer haus- bzw. landwirtschaftlichen Fachschule.
Wegen des Strukturwandels der Landwirtschaft ist die Branche in Bewegung. Die Beratenden bewegen sich in einem dynamischen Umfeld. Innovationskraft und Netzwerkarbeit sind dabei unerlässlich.

Weitere Informationen

Agridea
Eschikon 28
8315 Lindau
Tel: 052 354 97 00
www.agridea.ch www.agridea-lindau.ch
Fachzeitschrift:
"agil"

Verwandte Berufe

Ausbildungsleiter/in (HFP)Bäuerin (HFP)Hauswirtschaftliche/r Betriebsleiter/in HFHauswirtschaftsleiter/in (HFP)Meisterlandwirt/in (HFP)Organisationsberater/in

Prüfungsordnung

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Anmerkungen

Seit Juni 2006 existiert die Höhere Fachprüfunge "Berater/in im ländlichen Raum". Diese Ausbildung ersetzt die bisherigen Weiterbildungen "Bäuerlich-hauswirtschaftliche/r Berater/in und "Landwirtschaftliche/r Berater/in. Zur Prüfung wird zugelassen, wer die erforderlichen Modulabschlüsse bzw. Gleichwertigkeit verfügt, mind. 3 Jahre Praxis in der Beratung ländlicher Raum und über einen höheren beruflichen Abschluss (tertiäre Stufe) verfügt.
© 2010 SDBB | CSFO - berufsberatung.ch
Quelle : BIZ-BERUFSINFO, © SDBB Bern / Laufbahnzentrum (LBZ) Zürich
Info und Kontakt Redaktion: www.biz-berufsinfo.ch
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