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Berufe und Ausbildungen
Beruf: Blindenführhundeinstruktor/in (HFP)

Tätigkeiten

Blindenführhundeinstruktoren/-instruktorinnen prüfen Hunde auf ihre Eignung als Führhunde. Sie bilden diese aus und instruieren die künftigen Halter/innen. Die Tiere und sehbehinderten Menschen begleiten sie auch nach der Ausbildung.
Bei der Auswahl von Hunden als Blindenführhunde werden umfassende Gesundheitskontrollen vorgenommen. Eignet sich ein Hund, bauen Blindenführhundeinstruktorinnen eine Beziehung zum Vierbeiner auf und bilden diesen vollständig aus. Dabei achten sie auf verschiedene Charakterzüge der Tiere wie Neugierde, Bezug zum Menschen, Selbstsicherheit, Arbeitsfreude und Gelassenheit.
Blindenführhundeinstruktoren lehren die Hunde, auf eine Vielzahl von Hörzeichen zu reagieren und Hindernisse verschiedenster Art - am Boden, auf der Seite und in Kopfhöhe des Menschen - anzuzeigen oder sicher zu umgehen. Zur Ausbildung gehört, auf ein Hörzeichen hin Zebrastreifen, Treppen, Türen, Billettschalter, Sitzplätze und öffentliche Verkehrsmittel anzuzeigen. Die Instruktoren bringen den Hunden Routineabläufe bei, z.B. das Stehenbleiben am Strassenrand, aber auch das Erkennen von Gefahren wie Baustellen, Pfosten, Pfützen oder Ästen.
Am Ende der Ausbildung werden Blindenführhunde von einer IV-Expertin geprüft. Dabei gehen Blindenführhundeinstruktorinnen unter der Dunkelbrille mit dem Prüfling eine vorgegebene Strecke.
Blindenführhundeinstruktoren verbringen viel Zeit mit den Hunden, teilweise leben sie auch mit ihnen zusammen. Sie betreuen die Tiere art- und sehbehindertengerecht. Sie pflegen die ihnen anvertrauten Hunde regelmässig und untersuchen sie dabei auf Zecken, Schwellungen und Schnitte. Zudem sind sie täglich mit ihnen unterwegs, bei jedem Wetter viele Kilometer, meist in der Stadt.
Blindenführhundeinstruktorinnen machen ausgebildete Führhunde mit ihren Halterinnen und dem zukünftigen Wohnort vertraut, nachdem sie Lebensumstände und Umfeld der Sehbehinderten abgeklärt haben. Sie schulen die Sehbehinderten im Umgang mit den Hunden, zeigen das Handling des Geschirrs etc. Ist ein Gespann eingespielt, beurteilt eine IV-Expertin die Zusammenarbeit. Auch nach der Einführung des Hundes bleiben die Blindenführhundeinstruktorinnen die zentralen Ansprechpersonen und betreuen das Gespann bis ans Lebensende des Hunds. Sie bereiten die Pensionierung der Hunde vor und erarbeiten Folgelösungen.
Blindenführhundeinstruktoren sind routiniert und sicher in ihrer Tätigkeit, analysieren jedoch immer wieder die eigene Praxis und passen sie allenfalls an neue Erkenntnisse an.

Ausbildung

Grundlage
Eidg. genehmigte Prüfungsordnung vom 10.5.2010
Prüfungsvorbereitung
Die für die Prüfung erforderlichen Qualifikationen werden i.d.R. in Form von Modulen erworben. Prüfungsordnung und Wegleitung sind beim Schweiz. Zentralverein für das Blindenwesen SZB erhältlich.
Bildungsangebote
In einer anerkannten Führhundeschule, Adressen sind auf der SZB-Website ersichtlich.
Dauer
ca. 3 Jahre (inkl. Praktikum)
Module und Prüfung
- Module: Tauglichkeitsabklärung Hund; Ausbildung mehrerer Blindenführhunde; Hundebetreuung; Klienteneignungsabklärung; Führhundezuteilung; Klientenausbildung; Nachbetreuung Blindenführhundegespann; Pensionierung und Folgelösung; Praktikum
- Prüfung: Die Prüfung gliedert sich in mehrere Teile. Im praktischen Teil werden z.B. die Kontaktaufnahme mit fremden Hunden sowie die Arbeit mit ausgebildeten Führhunden geprüft. Die mündliche und schriftliche Prüfung widmet sich dem erlernten Fachwissen sowie der Diplomarbeit.
Abschluss
Eidg. anerkanntes Diplom "Blindenführhundeinstruktor/in mit eidg. Diplom"

Voraussetzungen

Bei Prüfungsantritt erforderlich:
- Abschluss auf Tertiärstufe (z.B. eidg. Berufs- oder Höhere Fachprüfung, Höhere Fachschule, Fachhochschule oder universitäre Hochschule)
und
- mind. 2 Jahre Berufspraxis als angehende/r Blindenführhundeinstruktor/in
und
- Fahrausweis der Kategorie B
und
- erforderliche Modulabschlüsse bzw. Gleichwertigkeitsbestätigungen
zusätzliche Anforderungen:
- Mindestalter 22 Jahre
- gute Sprachkenntnisse sind von Vorteil
Über Details informieren die Führhundeschulen.

Weiterbildung

Kurse
Angebote des Schweiz. Zentralvereins für das Blindenwesen SZB, weiterer Fachverbände und von Führhundeschulen

Berufsverhältnisse

Blindenführhundeinstruktoren und -instruktorinnen arbeiten in den von der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) anerkannten Führhundeschulen. Mit entsprechender Berufserfahrung finden sie auch Anstellungen als Versicherungs- oder Prüfungsexperten/-expertinnen, z.B. bei der IV.
In ihrem Arbeitsalltag sind sie oftmals den ganzen Tag und bei jeder Witterung unterwegs, um die Hunde zu trainieren. Für die Berufsausübung sind eine gute Beobachtungsgabe und physische Belastbarkeit unabdingbar. Weitere Bedingungen für diesen Beruf sind Freude am Umgang mit Hunden und Menschen, pädagogisches Geschick, Verständnis für Sehbehinderte sowie Einfühlungsvermögen, Geduld und Ausdauer.

Weitere Informationen

Schweiz. Zentralverein für das Blindenwesen SZB
Schützengasse 4
9001 St.Gallen
Tel: 071 223 36 36
www.szb.ch

Prüfungsordnung

 PDF-Dokument «Prüfungsordnung»

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